Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

Eine gleiche Erscheinung habe ich an einer der Quellen im 
Hermann’schen Badgarten vor ihrer neuen Fassung, an dem so- 
genannten Weiblein beobachtet. Einer Sage nach soll diese Trü- 
bung regelmässig alle 4 Wochen eingetreten sein, daher diese 
Quelle wegen ihrer monatlichen Reinigung das Weiblein und die 
neben ihr liegende, weil sie diese Erscheinung nicht zeigte, das 
Männlein genannt worden sei. Diese Sage hat in frühern Zeiten 
die Veranlassung gegeben, dass das Wasser dieser Quelle vom 
weiblichen Geschlecht bei gestörter Menstruation besonders zum 
Trinken und Baden benutzt wurde. 
Endlich glaube ich noch 
5. die Erscheinung berühren zu müssen, dass zur nämlichen 
Zeit, als im Jahre 1773 die Sauerbrunnenquelle am Sulzenrein 
angebohrt wurde, auf den Aeckern in der sogenannten Winter- 
halde, ungefähr 1500 Schritte vom Sulzenrein entfernt, links von 
der Chaussee, die von der Uffkirche nach Untertürkheim führt, 
eine Strecke Landes von mehr als 50‘ im Durchmesser: über 30’ 
tief plötzlich eingesunken ist. Ferner wurden. in der Nacht vom 
9. November 1755, also 9 Tage nach dem schrecklichen Erd- 
beben, das Lissabon zerstörte, 2 Erdstösse verspürt, die soge- 
nannte Sulz in der Stadt ‘Canstatt am Rathhause trübte sich sehr 
stark, und das an dieselbe angebaute Schulhaus, besonders aber 
das Rathhaus sanken, jenes auf seiner ganzen Giebelseite, dieses 
aber auf der anstossenden Ecke mit entsetzlichem Krachen über 
dritthälb Fuss in den Sauerwasserkessel hinein. 
Was nun die in diesen Diluvial-Gebilden vorkommenden 
Knochen von Säugethieren , Vögeln, Mollusken und Pflanzen be- 
trifft, so glaube ich dieselben nicht einzeln hier aufführen zu 
müssen, weil wir bereits specielle Beschreibungen von Dr. Jäger, 
Dr. Walchner etc. besitzen und Dr. Kurr eine umfassende 
Uebersicht erst neuerdings darüber in einer unserer Sitzungen 
vorgetragen hat, *) daher ich hier nur einige Bemerkungen über 
ihr Vorkommen geben zu müssen glaube. 
Der grössere Theil von Thierknochen ist bis jetzt im Lehm 
und sandigem Lehm, besonders wo derselbe zwischen, an oder 
*) Dieser Vortrag wird später mitgetheilt werden, 
205
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.