Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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auf dem Sauerwasserkalk und Conglomerat anliegt, gefunden wor- 
den, wie z. B. auf dem Rosenstein und Seelberg. Zunächst dem 
Lehm kommt der Sauerwasserkalk und dann das Gemenge von 
Sandstein, Mergel u. s. w., noch seltener zeigen sie sich im 
Conglomerat und Leiten. Von Vögeln ‘hat man nur einige Fuss- 
knochen und Federn im Sauerwasserkalk gefunden, neuerdings 
aber bei Münster Vogeleier, die in der Grösse und Form den 
Eiern unseres Feldhuhnes gleichen. Die Mollusken sind im Sauer- 
wasserbalk , Letten und Lehm in grosser Anzahl vorhanden, wäh- 
rend sie im Conglomerat und in dem Gemenge von Sandstein, 
Mergel etc. ganz fehlen, weil diese beiden Gebilde, besonders das 
letztere, bei ihrer Bildung und Anlagerung offenbar mehr gewalt- 
sam zusammengetrieben worden sind, während sich die andern 
Diluvial-Gebilde mit mehr Ruhe ablagerten. Was die Pflanzen- 
Versteinerungen betrifft, so kommen dieselben blos im Sauer- 
wasserkalk vor und bestehen aus Conferven, Charen, Moosen, 
Schilfen und Baumblättern und dann, als Seltenheit, Saamenzapfen 
und Nadeln von Tannen. Von den‘ Baumblättern sind vorherr- 
schend Eichen - und Erlenblätter, wovon besonders erstere in 2 
bis 3’ mächtigen, dicht auf einander geschichteten Lagern in ihrer 
grössten Ausdehnung in der Vorstadt von Canstatt aufgedeckt 
wurden. Alle übrigen von Walchner angeführten Blätter sind 
seltener, und ich möchte weder diese noch die so häufig vorkom- 
menden Eichen- und Erlenblätter für so ganz bestimmte Species 
ausgeben. Ich habe sehr viele von diesen Blättern mit ' denen 
noch jetzt bei uns vorkommenden lebenden verglichen, konnte 
aber nie eine durchaus gleichförmige Form, wenn ich sie neben 
einander legte, herausbringen; so haben namentlich die Eichen- 
blätter, die Walchner für die von der Quercus pedunculata 
ausgibt, zwar viel Aehnlichkeit mit den Blättern dieser Eiche, 
doch mehr aber mit denen der Quercus cerris, die bei uns 
nicht vorkommt, auch sind die Erlenblätter beinahe immer bci 
weitem grösser, als die noch jetzt bei uns vorhommenden 2 
Erlenarten. 
Eine ganz eigenthümliche Pflanzenversteinerung habe ich 
früher in einem Sauerwasserkalksteihbruch oberhalb der Uffkirche, 
links von der Waiblinger Chaussee , aufgefunden und genau unter- 
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