Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Kälte zeigte, der Himmel mehr heiter wurde; ‘dass ferner das 
Wasser in dem Graben beim Beet nur 11° Wärme hatte, indem 
in der Entfernung von 100 Schritten von der Quelle bei der 
äussern niedern Temperatur aus dem offenen Graben sehr viel 
Wärme entweichen musste, Zu der üppigen Vegetation mag nun 
auch, nach meiner Ansicht, neben der steis gleichbleibenden 
Temperatur im Beet durch die immer gleiche und ununterbro- 
chene Ausströmung der Wärme aus dem Wasser unter dem Beet, 
die Kohlensäure, die sich aus diesem Mineralwasser schnell ent- 
bindet, und die von der Erde über dem Wasser angeschluckt 
Worden, manches beigetragen haben. 
Das Resultat dieses Versuches gibt mir die volle Ueberzeu- 
gung, dass man in Berg und Canstatt bei den vielen Mineral- 
quellen, die zum Theil +16° R. haben, sowie überhaupt bei 
jeder warmen Quelle, mit dem grössten Vortheil Frühbeete anlegen 
könne, bei denen der Dünger unter der Beeterde somit erspart 
werden kann und die vor den gewöhnlichen. warmen Beeten, wo 
Dünger unter das Beet zu Erzeugung der Wärme. gebracht wer- 
den muss, den bedeutenden Vorzug haben, ‚dass in ihnen eine 
ununterbrochene gleiche Temperatur ‚erhalten werden kann, wäh- 
rend in den gewöhnlichen Mistbeeten der Dünger, wenn’ er ein- 
mal in Gährung kommt, anfangs das Beet zu warm macht, ja 
öfters. die Pflanzen verbrennt, dann aber immer kälter, ja oft zu 
kalt wird und nie erneuert werden kann, weil die Pflanzen in der 
Erde über demselben stehen. 
Ich habe ferner die Ueberzeugung, dass man schon mit 
-+14° bis 16° R. warmem Wasser durch eine zweckmässige 
Einrichtung kalte Gewächshäuser bei der stirengsten Kälte vor dem 
Einfrieren schützen kann, indem sich aus dem durchströmenden 
Wasser, wenn man die grösst mögliche Oberfläche darbietet, un- 
unterbrochen Wärme entwickelt, was gewiss ein grosser Gewinn 
wäre, weil es rein unmöglich ist, durch die best eingerichtete, 
künstliche Heizung, wohin ich die mit warmem Wasser in engen 
eisernen Röhren nach dem Parker’schen System rechne, und 
; *) In den Gewächshäusern. bei der Wilhelma im Park Rosenstein ist 
rn Solche Warmwasserheitzung eingerichtet, die sich in dem letzen strengen 
inter bewährt hat. 
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