Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

= 254 - 
Schaaf hinzugekommen, von welchen in der Diluvial- "öder” älteren 
"Alluviat® Bildung Keine Ueberreste in fossilem Zustande sich finden. 
ES’ dürfte "sich "Somit. ergeben, dass Uer Mensch gegenüber der 
'3 bis 4 "fleischfressenden Thiere, welche’ er aus der Reihe der 
wilden‘ Thiere mehr oder weniger vollständig” ausgerotiet hat; den 
‘Hund und die Hauskatze‘ eingeführt, und zum Theil auch“ durch 
vegelabilische Nahrung sich dienstbar gemacht‘ und‘ sie für seine 
Zwecke zu ’ausgedehnter Verbreitung gebracht hat; ‚dass er ebensö 
die Verbreitung der wilden Pachydermen und Wiederkäuer theils 
beschränkt, iheils in ihrer Unterwürfigkeit ‘zu seinem. Dienste 
vermehrt und ihnen neue Arten zugesellt hat. ES ergibt Sich 
also, dass wenigstens von der Diluvial- oder älteren Alluvial-Periode 
an die Geschichte der” Fauna der Säugthiere mit der Geschichte 
des Menschen selbst verwoben ist, und dass ‘mit seiner Aus- 
breitung die Ausbreitung der wilden Säuglhiere fällt, und die der 
zähmbaren steigt, indess nach einzelnen Erfahrungen namenlilich 
in Amerika das umgekehrte Verhältniss mit Entvölkerung ein- 
'zelner Landstriche eintritt: Von”der Diluvialperiode an scheint 
'somit das‘ Clima unserer Gegenden sich ziemlich’gleich geblieben 
und Keine bedeutende Catastrophe in der Entwicklung‘ der 
Oberfläche der Erde selbst‘ eingetreten zu seyn, welche “auf die 
Vertheilung‘ der Säugethiere von Bedeutung gewesen wäre. ‘Der 
Diluvialperiode gingen dagegen Catastrophen voraus, mit welchen 
der Untergang vieler Gattungen und Arten von Säugethieren 
verbunden war, von welchen, sich selbst nur wenige in die Dilu- 
vialperiode reiteten, von welchen aber mit Ausnahme der letzteren, 
keines in die spätere Periode überging. Es wird also auch durch 
die "Ueberreste der Säugelhiere in verschiedenen Formationen 
wahrscheinlich, dass mit der Diluvialperiode nicht nur eine.neue 
Aera in der Geschichte der Oberfläche der Erde, sondern auch 
ihr Zusammenhang" mit‘ der Geschichte des Menschen selbst be- 
ginnt, dessen freilich leichter verwilterbare Ueberreste nie in 
früheren, und nur sehr ‘sparsam in .der Diluvial- oder älteren 
Alluvial- Ablägerung und den späteren Ablagerungen vorkommen, 
$6' dass sie Selbst weniger, /als die verhältnissweise Zahl‘ ‚der 
Ueberreste der Säugethiere sein gleichzeitiges Daseyn und seinen 
Einfluss auf‘ die Verbreitung dieser bezeugen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.