Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Theorieen und Sammlungen vollauf beschäftigt sind.* Ganz richtig 
drückt sich hierüber ein französischer Gelehrter, M. Poiteau, 
aus: & quoi sert de cultiver deux cents varietes de pommes de 
terre? a quoi nous servent ces collections de trois cents varieles 
de frument? C’est une manie chez ceux, qui ont le gout de 
semblables collections; mieux vaut de choisir les bonnes varietes et 
abandonner les autres; sept ou huit varietes de pommes de terre 
pour les hommes et autant pour les animaux et les feculeries, 
ce serait bien assez. On ne saurait honorer du‚nom de savant, 
l’homme qui n’a su que rTassembler des collections. 
Obgleich zahlreiche Untersuchungen und von namhaften Ge- 
lehrten über die Herbstfäule der Kartoffeln stattgefunden haben, 
ist man doch über ihre entfernte und nächste Ursache in Unge- 
wissheit geblieben und da glücklicherweise eine günstige Wilte- 
rung im Spätherbst der Zunahme des Uebels Einhalt that, so 
wird das Interesse an diesem Gegenstand vielleicht eben so schnell 
erkalten, als es erregt worden war. Es konnte nicht meine Ab- 
sicht seyn, in die Reihe derer zu treten, welche die Ursachen 
der Kartoffelkrankheit, ihr Wesen und ihre Folgen zu ergründen 
unternehmen; denn wenn auch das allgemeine Interesse mich 
veranlasst hat, Untersuchungen verschiedener Art anzustellen, so 
geschah es mehr in der Absicht die pilzähnlich entstandene zahl- 
und bestandlosen Hypothesen näher zu beleuchten. 
Ich nahm die Kartoffelkrankheit als eine Sache an, die 
nicht zu ändern sei, deren Schaden man aber so viel möglich 
zu mindern suchen müsse; da nun unsere Hausthiere jedenfalls 
einen grossen Theil des alljährlichen Kartoffelertrages zu. verzeh- 
ren, und in Fleisch und Fett zu verwandeln bestimmt sind, so 
war die erste Frage, ob der Genuss der kranken Kartoffeln ihnen 
nicht schädlich sei. Diese Frage konnte bloss auf dem Wege 
des Versuchs beantwortet werden; es wurden daher zwei Schweine 
und zwei Ziegen mit kranken Kartoffeln gefüttert; bei den letztern 
wurde dies nur einige Wochen fortgesetzt, weil sie die Waide 
vorzogen und sich an regelmässige Fütterung mit rohen Kartoffeln 
nicht gewöhnen wollten, welche ‘sie jedoch, wenn sie dieselben 
stehlen konnten, mit‘ Appetit verzehrten; die Milch dieser Ziegen 
ist ohne Nachtheil genossen wor 
Do 
den.
	        

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