Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Dresdner Thiere durch Macrospondylus , und bei dem von Bronn (Leth, I. 
517) in Zweifel gezogenen durch Streptospondylus, die Eigenthümlichkeit in 
der Kopfbildung zweier Labyrinthodonten‘ durch Metopias und Xestorrhytias 
auszudrücken. Die Eigenthümlichkeiten einer grossen Zahl von Saurien in 
ihrer Zahnbildung hat man angefangen, durch Verbindung eines bezeichnenden 
Wortes mit dem Endworte „Odon“ auszudrücken, und H. v, Meyer hat die 
Sehr gut abgegrenzte Familie der Labyrinthodonten auf diese Art in das von 
ihm aufgestellte System eingeführt (Jahrb, 1845. S. 278). Diese Systematik, 
welche die ersten Anhaltspunkte für systematische, Gruppirung der Saurier 
an die Stützwerkzeuge knüpft, indem sie die 4 Hauptgruppen: 1) Dactylo- 
poden, 2) Newxipoden , 3) Pachypoden, 4) Pterodactylier, zu Grunde legt, 
ist unter allen bisher ‚bekannt gewordenen Versuchen zu einer Systematik 
gewiss die wissenschaftlich am meisten Gerechtfertigte, 
Ebenso wird die Famile der Labyrinthodonten, mag sie nun rücksicht- 
lich der Stützwerkzeuge unter die Dactylopoden oder Pachypoden gehören, 
(welch letztere Ansicht mir auf den Grund der kurzen, breiten Phalangen bei 
Capitosaurus und Mastodonsaurus vgl. Beitr, zur Palaeontol, Württembergs 
von H. v, Meyer und Th. Plieninger Taf, II. Fig, 8. Taf. X. Fig, 3 
als die wahrscheinlichere erscheint), als eine wissenschaftlich sehr gut abge- 
grenzte gelten müssen, Jedenfalls liefert diese Familie ein merkwürdiges 
Beispiel, dass auch bei den Sauriern, wie bei den Säugethieren, die Zahn- 
bildung ein sehr wichtiger Exponent für die durch weitere innere und äusser- 
liche Eigenthümlichkeiten ausgeprägten Familienähnlichkeiten ist; so dass viel- 
leicht der Versuch erlaubt ist, aus der Menge der, bis jetzt mehr oder weniger 
Vollständig: überlieferten fossilen Saurier eine, weitere, auf eine sich ge- 
Wissermassen von selbst darbietende, eigenthümliche Zahnbildung gegrün- 
dete Gruppe auszusondern. 
Die Zähne dieser Saurier sind, rücksichtlich der Form, darin über- 
einstimmend, dass sie, mehr oder weniger seitlich zusammengedrückt und 
daher zweischneidig, bald mit gekerbten oder gezahnten, bald nur in eine 
Schneide ausgehenden Kanten, mehr oder weniger spitzig und nach innen 
und rückwärts gekrümmt, die Figur einer schneidenden Waffenspitze dar- 
bieten, ähnlich den Zähnen vieler jetzt lebenden Varanier. Rücksichtlich ihrer 
Stellung sind sie, soweit bis jetzt bekannt, auf-die Maxillen beschränkt, 
Stehen nicht sehr gedrängt, noch „auch in stets gleichen Intervallen. In 
Betreff ihrer Befestigung findet ein Unterschied darin statt, dass sie 
bei. einigen Sauriern dieser Zahnformen blos durch Anchylose mit dem Zahn- 
bein verbunden , bei andern aber in die Maxille mit einer offenen Wurzel mehr 
Oder weniger eingesenkt sind, so dass bei einigen‘der letzteren wirkliche, 
Sesonderte, mehr oder minder tiefe Alveolen stattfinden, (wie bei den lebenden 
Crocodilen und dem erloschenen Plesiosaurus), in welchen der Zahn mehr 
Oder weniger, doch stets leicht eingekeilt sitzt, 
In der Substanz der Zähne lässt sich keine Bildung, wie die Gyri 
und Sulci bei den Labyrinthodonten und Ichthyosauren, sondern eine mehr
	        

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