Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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concentrische Anlagerung der Dentine-Schichten wahrnehmen, Die Schmelzrinde, 
entweder glatt oder gerieft, überzieht den Zahn, von der Spitze an an Dicke 
abnehmend, bis‘ dahin, wo der Zahn über das Zahnfleisch hervorgeragt 
haben mag, bei den anchylotisch verbundenen nicht ganz bis zu der Basis, 
auf der sie festsitzen, bei den in Vertiefungen sitzenden nicht ganz bis zum 
Rande des Zahnbeins; die Wurzel entbehrt derselben. Ueber Zahl und Ent- 
wicklung der Zähne lässt sich noch keine bestimmte Nachweisung geben, 
Die Knochen dieser Saurier sind nicht bei Allen vollständig überliefert, So- 
viel aber lässt sich auf den Grund der bis jetzt bekannten Skeletitheile derselben 
angeben, dass sie sämmtlich zu den Sauriern mit biconcaven, oder wenigstens 
nicht convexen Wirbelkörpern gehören, dass bei den meisten, soweit dies 
bis jetzt bekannt, der Wirbelkörper”in der Mitte eingeschnürt, von einem 
mehr oder weniger stark hervortretenden Rand der Gelenkflächen überragt 
wird, der obere Bogen mit starken, mehr oder weniger hohen Dornfortsätzen 
und hübsch gegliederten Gelenkfortsätzen versehen, ziemlich fest mit dem Kör= 
per verbunden ist, der Querfortsatz an dem Wirbelkörper auf einköpfige 
Rippen. deutet und die bei den meisten überlieferten Phalangen sie, wo nicht 
mit Sicherheit zu den Dactylopoden reihen, doch jedenfalls von den. Nexi- 
poden ausschliessen. 
Die allen diesen Sauriern gemeinschaftliche Zahnbildung, welche einer 
Waffenspitze ähnlich ist, dürfte die Benennung der Gruppe mit „Akidodonten,“ 
von Axis, Waffenspitze , rechtfertigen, 
I. Zu den mit anchylotisch verbundenen Zähnen versehenen Akido- 
donten gehören: 
1) Geosaurus, Cuv, aus den jurassischen Schichten von Monheim. Die 
Zähne sind anchylotisch auf Knochenhöckern des Zahnbeins befestigt, ein 
wenig einwärts und rückwärts gekrümmt, zweischneidig, an den Kanten 
leicht gezahnt, "die äussere Seite flächer, die innere stärker gewölbt, ‘ Von 
diesem Genus ist eine ziemliche Anzahl sehr grosser abgelöster Zähne in 
den weissen Juraschichten von Schnaitheim bei Heidenheim gefunden worden. 
Einer der best überlieferten und collosalsten, dessen Mittheilung ich der Güte 
des H. Dr. Schmidt in Mezingen verdanke, ist auf der beiliegenden Taf. II. 
Fig. 2. abgebildet. Die bedeutende Grösse dieser Zähne dürfte einen speci- 
fischen Unterschied von @, Soemeringii Cuv, (Oss, foss. 4, Ed. X. 8. 175.) be- 
gründen. Ich schlage daher vorerst die Bezeichnung „Geosaurus maximus“ vor. 
2) Leiodon Owen. von Asfog, glatt, unterscheidet sich von Geosaurus 
dadurch, dass beide Zahnflächen, die äussere und die innere , gleich ge- 
wölbt sind, Aus der Kreide von Norfolk, Owen hat Bis jetzt nur eine 
einzige Species dieses Genus, L. anceps, aufgestellt, (Odontogr. S. 261.) 
II. Zu den mit eingesenkten Zähnen versehenen Akidodonten gehören: 
1) Thecodontosaurus antiquus, Riley und Stuchbury; von Our, 
Büchse, weil jeder Zahn in einer eigenen, gesonderten Höhle steckt; die 
Zähne stehen ziemlich enge beisammen, sind im Ganzen conisch, doch etwas 
zusammengedrückt, sehr spitzig, beide Kanten fein gezähnelt, die Spitze
	        

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