Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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dünkelgrüne, sowohl runde, als’ länglichte Flecken; die Streifen erhielten 
sich den Herbst über, kamen auch im folgenden Frühling wieder zum‘ Vor- 
schein, dauerten das ganze Jahr hindurch, bis sie endlich im dritten Jahre 
verschwanden. 
Gegen die Erzeugung der Zauberringe durch den Blitz ist in dem Monthly 
Magazine *) folgendes bemerkt: So annehmlich die scharfsinnige‘ Hy- 
pothese Dr. Darwin’s über die Entstehung der Zauberringe durch‘ Elec- 
tricität den theoretischen Physikern auch scheinen mag, so wenig wird durch 
sie das Phänomen gehörig erklärt, Es wird in ihr angenommen, Feuchtig- 
keit ziehe den Blitz zum Grase herab, es finden sich aber Zauberringe an 
völlig trockenen Orten; ferner soll die von der Nässe angezogene Wolke 
cylindrisch, oder conisch werden und der electrische Strom an’ihrer Aussen- 
Näche herabfahren und einen kreisförmigen Ring einbrennen; aber statt immer 
rund zu sein, sind die Hexenkreise vielmehr von verschiedener Form, bald 
Kreise, wiewohl selten ganze, bald Segmente , mitunter auch unregelmässige 
Flecken; dabei verändern sie allmälig ihre Gestalt und Lage und es lässt 
sich bei mehreren deutlich wahrnehmen, dass sie jährlich grösser werden; 
dieses ist ein starkes Argument gegen die Bildung durch den Blitz, 
Doch statt weiterer Widerlegungsgründe stehe hier. eine Stelle, die sich 
in des verstorbenen Dr, Withering sehr genauem botanischen Werke am 
Ende seiner Beschreibung des Agaricus orcades findet, worin das Phänomen 
der Zauberringe auf eine weit genügendere Art erklärt wird. Ich bin über- 
zeugt, sagt er, dass die schlecht bewachsenen braunen, oder die stark be- 
wachsenen grünen Kreise auf den Weideplätzen, welche man Zauberringe 
nennt, durch das Wachsen dieses Agaricus bewirkt werden. Wir haben in 
Edyhaston-Park neben einem Felde , das nach Südwest zu geneigt ist, mehre 
solcher Zauberringe von verschiedener Gestalt; der grösste, der 18 Fuss im 
Durchmesser hat und eben so viele Zolle am Umfang breit ist, wo die Aga- 
rict wachsen, besteht seit mehreren Jahren am Abhange eines Waideplatzes 
der nach Süden liegt, und wo der Boden grober Sand’ ist. Die grössern 
Kreise sind selten vollständig, der hier erwähnte ist etwas mehr als ein 
halber Kreis, doch die Figur nicht genau. Wenn man da, wo der Ring 
braun und fast ganz kahl ist, den Boden etwa 2 Zoll tief aufwühlt, so fin- 
den sich graulich weisse Knötchen dieses Schwammes; an den Stellen da- 
gegen, wo das Gras wieder grün und gail wächst, fand ich unter der Erde 
nie etwas von diesen Schwämmen. 
Diese 3 Beispiele, wodurch die Entstehung der Zauberringe durch den 
Blitz, oder durch einen Agaricus bewiesen werden soll, erscheinen mir 
abgesehen von meinen‘ Beobachtungen und Versuchen, an und für sich ganz 
ungenügend, Nicholson will beweisen, dass die dürren Zauberringe durch 
den Blitz, und Dr, Withering, ‚dass sie durch einen Agaricus entstehen, 
es müsste also der Eine oder der Andere Unrecht haben, oder man müsste 
annehmen , beides trage zur Entstehung derselben bei, eine Annahme, die 
*) Aprilheft 1803, p, 219. 
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