Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 23-24, 1867-1868)

Renthierperiode, schildert, Die verschiedenen Formen in Rubriken
 - gebracht, finden wir zwei Hauptformen:  lanzettförmige
und sägeblattförmige Steine, die ersteren ‚mögen vorzugsweise
zur Jagd gedient haben als Pfeil- und Lanzenspitzen,. die letzteren
 waren offenbar die Instrumente, um die Artefacte aus
Renthierhorn und, Knoehen darzustellen. Kein einziger dieser
Feuersteine gleicht einem in Schwaben gefundenen: von einigen
wenigen könnte man sagen, sie entstammen vielleicht dem Jura
oder gewissen. tertiären Lagern aus der‘ Nähe der Bohnerze,
aber weitaus ‘die grösste Zahl weist auf das Ausland, auf die
Feuersteine ‚der Kreideformation. Die honiggelben Flintsteine
der italienischen Kreide fehlen zwar, dagegen erinnern rothe
und Tothbraune Jaspise an das Südtirol, die Mehrzahl der grauschwarzen‘
 und graublauen Steine aber an Frankreich oder an
Sachsen und‘ Schlesien. Der Umstand, dass die Werkzeuge offenbar
 an Ort und Stelle gemacht wurden, weist auf einen Bezug
 des Rohmaterials von weit entfernten Gegenden hin.
Die meisten der an Ort und Stelle anfgelesenen Fold-Steine,
 nehmlich der Rollkiesel und erratische Geschiebe lassen
den Zweck, dem sie dienten, errathen. ‘In erster Linie fanden
sich nicht wenige Steine, Diorite, Quarzschiefer und Sandsteine,
recht ordentlich in der Gestalt von Hackmessern zugeschlagen.
Sie haben etwa die Grösse, Breite und Dicke einer Hand und
laufen in ein schmäleres Stück aus, das man als Griff des rohen
Hackbeils ansehen kann. Die: Steine haben in der Hand gesSchwungen
 einen solchen Zug, dass mit Leichtigkeit ein Schädel
und Rohrbein. zerklopft werden kann. .In zweiter Linie fanden
sich zahlreiche. sehr hübsch :gerundete, - mit Absicht aus dem
Gletscherkies- zusammengelesene Rollstücke von Alpenkalk,
Diorit und ähnlichem festen Gestein. von Faustgrösse ‘und darüber.
 Ich ward. ‚beim ersten Anblick‘ an. ein indianisches Instrument
 erinnert , das. Freund Jules Marcou im Nebraskaland bei
einem Indianerstamme im Brauche fand, dem der Gebrauch des
Eisens noch fremd war. Es’ war ein ovaler über Faustgrosser
Kiesel, mit Riemen ‚an das Ende eines Büffelschwanzes eingenäht,
der als wuchtiger Steinhammer die Dienste eines sogenannten
            
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