Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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Gränzen der Grösse nach oben und unten festgestellt werden 
können, lässt sich ein imaginäres Durchschnittsmaass bei Unter- 
suchungen immerhin zu Grund legen. 
Die Färbung fällt zwar am meisten in die Augen, allein 
auch sie ist manchmal sehr trügerisch. Freilich ist sie oft durch- 
aus constant, also für die Bestimmung ausreichend, es kommen 
aber auch bei ihr die bezüglich der Grösse erwähnten Einflüsse 
nur zu oft zur Geltung. Gewisse Ausnahmen, indem sie sich, 
öfter oder seltener aber doch constant, wiederholen, werden gleich- 
sam selbst zur Regel. Solche Ausnahmen sind: 
1) Das Ausbleiben der Färbung (Achromie). Entweder 
bleiben sowohl Grund- als Fleckenfarbe völlig aus — Leucis- 
mus — oder nur eine von beiden, so dass „Halbleuciten“ ent- 
stehen. Wenn die Fleckenfarbe noch auftritt, so ist sie meist minder 
intensiv oder sie geht gerne in’s Hellrothe über. Als ein Ueber- 
gang aus der Normalfärbung können solche Eier gelten, die zwar 
noch alle Farbentöne, aber weit heller, wie überschleiert oder 
abgeblasst, zeigen. Mit leucopathischen Zuständen der HEr- 
zeuger hängt der Leucismus nicht direct zusammen; ein vor- 
liegendes Ei eines Albino-Sperlingsweibchens ist normal gezeich- 
net und ein weisser Staar hat nicht ein weisses sondern ein 
blaugrünes Ei gelegt. 
2) Eine tiefe Verdunkelung , Melanismus, als Gegensatz 
zum vorigen Fall, indem einfarbige Eier mehr oder weniger 
schwarz, grünbraun gefleckte wie mit Graphit eingerieben er- 
scheinen. In diesem seltenen Falle befindet sich häufig die 
Melanose der KEischale mit derselben Erscheinung am Gefieder 
des Vogels in Uebereinstimmung; eine gewisse schwarze Haus- 
Enten-Rasse legt regelmässig Eier mit schwarzer Schleimhaut *) 
und die sogenannten Mohrenhühner, bei denen ausser dem Ge- 
fieder auch Kamm, Kehllappen und Knochenhaut, ja sogar Ova- 
*) Bei den Anatiden liegt die Färbung gewöhnlich nur in einem 
schleimigen Ueberzug, der öfters noch unmittelbar nach dem Legen 
weich und yerwischbar und mit warmem Wasser meist leicht zu ent- 
fernen ist; sogenannte gefleckte Enteneier entstehen durch stellenweise 
Contraction dieses galligen Schleimüberzugs. 
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