Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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— nennen wir es Surinam. oder Chile -— Eier ohne jegliche
Bezeichnung und gesetzt ferner, die natürlichen Familien denen
sie angehören, seien mir bereits genügend bekannt, so dass
ich ohne wesentliche Mühe sofort erkennen kann, wohin sie ungefähr
 gehören, so wird es mir in den meisten Fällen ein
Leichtes sein, sie nicht etwa bloss mit Wahrscheinlichkeit sondern
geradezu mit grösster Sicherheit zu bestimmen, sobald mir nur
die Mittel geboten sind, in einer Localfauna — für dieses Beispiel
 also von Surinam oder Chile — genau zu finden, was dort
zZ. B. an Adlern, Falken, Eulen, Hühnern, Rallen, Regenpfeifern,
Schnepfen, Enten u. s. w. vorkommt. Grösse sowie Analogie mit
bereits Bekanntem sind dann untrügliche Vermittler.
Wie sich in praxi Resultate gewinnen lassen, mögen nur
zwei Exempel erläutern. 1. Als Heuglin eine grössere Serie Geier-Eier
 aus Africa (Schech Said, März 1875) mitbrachte, bemerkte
er mir, die Mehrzahl stamme zwar notorisch aus den Horsten
von Neophron pileatus Savign. et Burch., er könne aber nicht
dafür einstehen, dass nicht einige von Aqwila naevioides Cuy.
(Falco rapax Temm.) dazwischen seien. Hiefür schien allerdings
die Thatsache zu sprechen, dass verschiedene, im Gegensatz zu
den wenigen mir bekannten sparsamer und düsterer gezeichneten,
sehr lebhaft gefleckt und verhältnissmässig recht gross waren,
allein der Vergleich mit 6 algerischen Raubadlereiern ergab unzweifelhaft
 die Zusammengehörigkeit aller; ihre Schale ist nicht
nur bei gleicher sondern auch bei noch bedeutenderer Grösse
constant leichter und scheint gegen das Licht nur ganz blass
grünlich durch, während jene Adlereier innerlich tief smaragdgrün
 erscheinen ; nachdem diese Unterschiede auch bei 3 früher
erhaltenen Exemplaren (Brehm, Vierthaler, Heuglin, 1851—61)
zutreffen, musste für mich entschieden sein, dass alle dem Mönchs-Aasgeier
 angehören. 2, Graf Hoffmannsegg und sein Gefährte
Henke, welche verschiedene Jahre bei Archangelsk und an der
Petschora sammelten, haben uns zuerst (1854) die Eier des
Zwergammers, Emberiza pusilla Pall. geliefert.*) Da die in
*) Von Letzerem liegen mir überdiess zahlreiche und werthvolle
Notizen über die Fortpflanzung dieses Vogels wie anderer vor.
            
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