Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

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Württembergischen Mollusken in der dritten Ausgabe von Mem- 
minger vom Jahre 1841, wo bereits 100 Arten aufgeführt sind. 
Als nächste bedeutende Arbeit ist dann die bekannte Abhand- 
lung vom Grafen von Seckendorf über die lebenden Land- 
und Wasser-Mollusken Württembergs zu nennen, welche im Jahre 
1847 in diesen Jahresheften erschien. Er führt schon 113 Arten 
auf und nennt Urach und die Alb bei Urach öfters als Fund- 
orte, sogar bei Arten, die hier sehr selten sind, z. B. Clausilia 
filograna Zieg., Pupa doliolum Drap., ein Beweis, dass damals 
mit Fleiss und Sachkunde gesammelt worden; ob vom Grafen 
selbst, wissen wir nicht. Einige Irrthümer, die sich in diesem 
Verzeichniss eingeschlichen, werden wir bei den betreffenden Arten 
berichtigen. 
Nachher hat besonders Dr. E. von Martens, Sohn des 
Obengenannten, jetzt Professor in Berlin, der die Weichthier- 
kunde zu seinem Specialstudium gemacht, mit grossem Eifer und 
Erfolg die Württembergischen Mollusken gesammelt und auf 
Grund seiner Forschungen und der Sammlung unsres Vereins, 
die indess durch die Fürsorge des Oberstudienraths von Krauss 
sehr reichhaltig geworden, im Jahre 1865 ein neues Verzeich- 
niss der Württembergischen Mollusken in diesen Jahresheften 
S. 178 u. d.f. gegeben, nebst einem interessanten Ueberblick 
über alle bisherigen Arbeiten. Er führt 115 Arten auf, 74 
Land- und 41 Wasser-Mollusken. Bezüglich der geographischen 
Verbreitung der Landschnecken unterscheidet Krauss innerhalb 
Württembergs: I. Schwarzwald, Urgebirge, bunter Sandstein, IL. 
Unterland , Keuper und Lias, III. Unterland, Muschelkalk, IV. 
Alb, Jurakalk, V. Oberschwaben, Molasse, eine Eintheilung, die 
für die Landschnecken sicher natürlicher ist, als jene nach den 
Flussgebieten: Neckargebiet, Taubergebiet, Donaugebiet und Boden- 
seegebiet. 
Seit jenem Jahre 1865 haben wir endlich noch einige sehr 
hübsche Funde von Prof. Leydig in Tübingen zu erwähnen, 
welcher die interessante Helix Cobresiana von Alten und den 
merkwürdigen Wasserlimax (L. brunneus) beide von der Um- 
gegend von Tübingen, der Württembergischen Fauna zufügte. 
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