Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 32, 1876)

Letzteren fanden wir seitdem sogar auf der Alb. Ueber einiges 
Andere, besonders über neue Fundorte seltner Arten werden wir 
bei den betreffenden Numern berichten. 
Troz all dieser fleissigen Arbeiten möchte es sich vielleicht 
doch schon an sich lohnen, ein möglichst vollständiges, auf 
längerem, eifrigem Sammeln und Beobachten beruhendes Ver- 
zeichniss der, auf einem, wenn auch eng begrenzten Gebirgs- 
plateau lebenden Weichthiere aus der Gesammtfauna des Landes 
herauszuschälen, ja wir möchten fast glauben, dass solche, an 
Ort und Stelle bearbeitete Localfaunen von Gebirgen 
und überhaupt von bestimmten geographischen Complexen für die 
Thiergeographie anschaulicher wären, als die üblichen Zu- 
sammenstellungen nach den faunistisch meist sehr indifferenten, 
politischen Landesgrenzen. Auf Grund solcher möglichst genauer 
Localfaunen müssten sich dann auch sehr leicht übersichtliche 
Karten zur Thiergeographie entwerfen lassen, die uns fast noch 
ganz fehlen. 
Noch mehr aber möchte sich unsre kleine Monographie noch 
dadurch legitimiren, dass es uns gelungen ist, auf unsrer Alb, 
im Umkreis vielleicht einer halben Tagereise über zwanzig Arten, 
die für die Alb, vier, die für Württemberg neu, sodann Eine, 
die sogar bis jetzt nur in den Alpen gefunden worden, und endlich 
einige sehr charakteristische neue Varietäten nachzuweisen. Dies 
ist erklärlich, da bis jetzt kein Malacologe, wie es scheint, auf 
unsrer Alb ansässig gewesen, sondern sie nur von solchen be- 
reist worden, wobei bekanntlich der Zufall eine grosse Rolle 
spielt. Dessen zum Beweis erlauben wir uns, anzuführen, dass 
wir einen ganzen Sommer schon recht eifrig gesammelt hatten, 
ehe wir die kleine, aber in ihrer Individuenzahl sehr constante 
Colonie von Bulimus detritus auf unsrer Ruine entdeckten, die 
nur einige Minuten von unserem Wohnhaus entfernt ist. Erst 
im zweiten Sommer fanden wir Acme polita und Clausilia filo- 
grana, gleichfalls ganz nahe, erst im dritten Helix aculeata, 
Timax carinatus, Pupa doliolum, sämmtlich auf unsrer Ruine, 
und sodann Cionella acicula und Succinea oblonga, beide auf 
der trockenen Schlosswiese neben unsrem Haus. Erst im vierten 
Sammeljahre endlich entdeckten wir den Limnaeus pereger und 
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