Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

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nitenzonen Oppels zu halten sei und stelle ich dessbezüglich 
folgenden 
5ten Satz auf: Diese Zonen sind wie immer wissenschaftlich 
berechtigt, so doch für Schwaben wenigstens practisch unbrauchbar. 
Ferne sei es von mir, dem Verdienst des sel. Oppel irgend- 
wie nahetreten zu wollen; ich erkenne vielmehr vollkommen an, 
dass er erst es war, der mit seinen 4 Ammonitentypen für den 
Weissen Leitmuscheln aufstellte, die wirklich „leitend“ sind; 
denn es bleibt dabei, dass, wenn man denselben nach Petre- 
facten durchsucht, an denen die verschiedenen Schichten von 
einander am leichtesten zu scheiden wären, diess eigentlich nur 
an der Hand der Cephalopoden möglich ist. Die 4 Oppel’schen 
Ammonitenspecies (fransversarius, bimammatus, tenuilobatus und 
steraspis) halten auch in Schwaben, soweit ich im Weissen ge- 
klopft habe, durchgehends den ihnen angewiesenen Horizont fest; 
sie entsprechen nämlich ziemlich genau dem Quenstedt’schen &, 
B, y und &. Allein muss nicht gleich hier der schwäbische 
Geologe, der an sein Alphabet gewöhnt ist, eine Lücke empfinden 
und fragen: habe ich Leitammoniten für a, ß, y und &, woran 
soll ich dann $ und & erkennen? Zwar wäre für ersteres im 
Amm. mutabilis gleichfalls eine gute Leitmuschel zu statuiren 
(wie Oppel selbst des öfteren darauf zu reden kommt); ich wenig- 
stens habe denselben noch nie wo anders gefunden als im Delta 
Quenstedts; aber & geht ohne Frage leer aus; denn es gibt 
sicherlich keinen Ammoniten, der für Marmor und Korallenkalk 
leitend wäre. Weiter ist gegen jene „Zonen“ einzuwenden: so 
sehr die betreffenden Ammoniten im allgemeinen an ihre Schich- 
ten gebunden sind, von allen trifft es denn doch nicht zu, jeden- 
falls nicht in der strikten Weise, wie es Oppel glaubte fixiren 
zu dürfen. Dass Amm. transversarius wenigstens nicht bloss 
im Unter-a vorkommt, wie Oppel behauptet, habe ich oben 
schon nachgewiesen; ebenso scheint ausser Zweifel, dass der 
fenwilobatus noch in’s untere $ hinüberspielt (Geislinger Steige); 
was endlich Amm. bimammatus betrifft, so kommt er meinen 
Erfunden gemäss zwar nicht im Lochen-„Gründle“ vor, son- 
dern etwas weiter oben in den geschlosseneren Bänken (zusam- 
Württemb. naturw. Jahreshefte. 1877. nn 
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