Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

— 115 - 
maligen Gestalt für den schwäbischen Weissen nicht vollständig 
ausreichend und stelle ich daher dessbezüglich 
6. den weiteren Satz auf: Die bislang usuelle Sechstheilung 
auch des Weissen Jura (a—C) ist beizubehalten , aber auf Grund der 
in allen diesen Schichten sich findenden Faciesveränderung in eine 
Doppelreihe umzugestalten (a— und a‘—%), 
Das Quenstedt’sche Alphabet, dessen Werth nicht nur für 
den Anfänger so ziemlich allgemein anerkannt ist (cf. Stutz über 
den Lägern p. 19), wird in Schwaben nicht so bald verdrängt 
werden; aber so wie es ursprünglich von dem Meister aufge- 
stellt ward, reicht es nach dem heutigen Stand der Wissenschaft 
wenigstens für den Weissen entschieden nicht mehr aus. Quen- 
stedt hat diess selbst anerkannt, indem er (Erwiderung p. 862 ff.) 
neuerdings von Schwammcolonien redet, die in den yerschieden- 
sten Horizonten des Weissen sporadisch auftreten können und 
dann dem Gestein ein ganz anderes Ansehen verleihen; er stellt 
daher mit Recht dem Normal « z. B. (Impressathon, den er 
früher allein dem @ zuwies) jetzt ein „colonisirtes“ « (Lochen 
und Böllert) zur Seite und spricht des öfteren von 2 „Facies“, 
die der Weisse darbiete, je nachdem „der Thon“ oder „der 
Kalk“ vorherrsche. Und das musste absolut zugegeben wer- 
den: Die Natur selbst forderte es kategorisch. Denn wenn ich 
mit dem früheren Quenstedt’schen Schema ausgerüstet (a = 
Impressathon, 3 = wohlgeschichtete Bänke, y = Lacunosen- 
oder Schwammschichten etc.), etwa die Balinger oder auch nur 
die Geislinger Gegend untersuche, so will’s eben nirgends recht 
stimmen. Um ganz Balingen fehlt die ächte impressa; man 
findet wohl auf dem Hundsruck, bei Lautlingen und da und dort, 
wo die Thonfacies herrscht, der impressa ähnliche Terebrateln 
(impressula? Qu.): die Normalmuschel, wie sie bei Reichenbach 
und Geislingen zu Tausenden liegt, habe ich im Zollernlande 
niemals gesehen. Wie kann man nun hier von „Impressa“- 
Thonen reden? Wenn nun aber vollends, wie am Lochen und 
Böllert, auch die Thonlager fehlen oder höchstens nur noch 
rudimentär in den unteren Schichten angedeutet sind und doch 
die ganze Gestaltung des Gebirgs zeigt, dass man noch auf dem 
> 
SR
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.