Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

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Es sind nicht hohle Schalen, sondern massive Steinkerne 
von brauner bis schwarzer Farbe, meistens mit 
ziemlich starkem Glanze. Schon mit der Loupe erkennt man 
die Eintheilung in Kammern, und nur dadurch wird die Klarheit 
des Bildes mitunter gestört, dass auch die innern Scheidewände 
der Kammern, wie sie bei manchen Gattungen vorkommen, in 
der gleichen Gestalt von KEinschnürungen, wie die Kammern 
selbst, sich erhalten haben. Die Schalen selbst sind nicht mehr 
vorhanden; bei 50—100facher Vergrösserung ist die Ober- 
fläche chagrinartig, deutliche Poren aber sind nicht zu sehen. 
Von verdünnter Salzsäure werden diese braunen bis schwarz- 
glänzenden Körner nicht angegriffen, wohl aber werden sie von 
concentrirter Salzsäure, wenn sie vorher zerrieben worden sind, 
beim Erhitzen langsam aufgeschlossen, und es bleibt ein weiss- 
licher Rückstand (Kieselsäure). Mein Freund Dr. Finckh in 
Biberach, welcher die Untersuchung vorgenommen hat, fand darin 
Kalk, Eisen und Mangan. Wir dürfen annehmen, dass Eisen- 
oxydoxydul einen vorherrschenden Bestandtheil bildet. 
Unter solchen Umständen leuchtet ein, dass die genaue Be- 
stimmung der Species und die Vergleichung mit anderwärts vor- 
kommenden Arten schwierig und in manchen Fällen bloss 
schätzungsweise möglich ist. Doch dürfen wir mit ziemlich grosser 
Wahrscheinlichkeit behaupten, dass unter unsern Foraminiferen 
einige weitverbreitete Arten sich befinden. Solche sind Polymor- 
phina gibba d’Orb., Bulimina pupoides d’Orb. und pygmaeca Egg., 
Planorbulina mediterranea d’Orb., Triloculina gibba d’Orb. und 
andere. Dagegen sind einige der häufigsten Formen so eigen- 
thümlich, dass wir sie als leitend für unsere schwäbische Meeres- 
molasse ansehen dürfen. Wir sind dazu berechtigt, da voll- 
kommen identische Formen in Zimmerholz bei Engen im badi- 
schen Seekreis, in Siessen bei Saulgau, und in Rammingen nord- 
östlich von Ulm, also an sehr entlegenen Fundorten zu constatiren 
waren. Ich habe einige der wichtigsten unter den der Molasse 
eigenthümlichen Arten in einem Aufsatz über die Meeresmolasse 
der Bodenseegegend (in den Schriften des Ver. f. Gesch, des 
Bodensee’s u. s. Umg. 7. Heft 1877) abgebildet. 
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