Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

Falkenberg, P. Dr., Vergleichende Untersuchungen über den 
Bau der Monocotyledonen. Mit 3 Tafeln. Stuttgart, Ferd. 
Enke, 1876. 8% 
Obiges Werk gewährt zunächst in einer sorgfältigen und 
ausführlichen Einleitung einen geschichtlichen Einblick in die 
Untersuchungen desselben Themas. 
Daran reihen ‘sich die speciellen anatomischen Beobach- 
tungen von 17 monocotyledonischen Pflanzenfamilien mit 29 Arten. 
Es ist kaum möglich, bei der Menge von Stoff in wenig Worten 
das Interessanteste wiederzugeben. Man muss das Buch selbst 
zur Hand nehmen und die neuen Resultate werden bei dieser 
übersichtlichen Behandlungsweise leicht zu Tage treten. Dem 
ist indessen noch in ausgiebigerer Weise Rechnung getragen, 
indem in 6 darauf folgenden Abschnitten die allgemeinen Er- 
gebnisse für den Bau der monocotylen Vegetationsorgane abge- 
handelt werden. Zunächst wird die Sonderung des Stengels in 
Centraleylinder "und Rinde constatirt, darauf die beiden nach 
ihrer Zusammensetzung und ihren Wachsthumsverhältnissen gründ- 
lich erörtert. In Betreff des Verlaufs der Fibrovasalstränge und 
deren Gewebsdifferenzirung werden von dem Herrn Verfasser fol- 
gende 3 Typen des Monocolytenstengels aufgestellt: 
1) Das Gewebe des Centralcylinders lässt im ausgewachse- 
nen Zustand eine Sonderung in Grundgewebe und Fibrovasal- 
strängen nicht erkennen; die im jugendlichen Zustand unterscheid- 
baren Gefässstränge verlaufen parallel der Oberfläche des dünnen 
Centralcylinders. 
2) Grundgewebe und Fibrovasalstränge sind deutlich diffe- 
renzirt; die Fibrovasalstränge treten fast horizontal aus den Blät- 
tern zum Theil bis in die Mitte ‚des Centralcylinders, biegen 
dann nach unten und verlaufen nach abwärts allmählich diver- 
girend, bis sie in den oberflächlichen Schichten des Centralcylin- 
ders in verschiedener Weise endigen. 
3) Grundgewebe und Fibrovasalstränge sind deutlich diffe- 
renzirt; die Fibrovasalstränge der Blätter dringen, abwärts lau- 
fend und allmählich convergirend, tiefer in das Innere des Cen- 
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