Volltext: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule zu Stuttgart für das Studienjahr 1891/92 (1891)

Preisbewerbung. 
Nach den ,Organisehen Bestimmungen* der Technischen Hochschule und dem ,Preisstatut^ 
vom 20. Januar 1892 werden an Studierende sämtlicher Abteilungen. für ‚völlig genügende Lösung 
zum Zwecke der Preisbewerbung gestellter Aufgaben Preise vergeben und Belobungen zuerkannt. 
Das Ergebnis der Preisbewerbung des Jahres 1891 war folgendes: 
|. Die Architektur-Abteilung 
hatte folgende Preisaufgabe. gestellt: 
Es soll auf einem von einem grossen Garten umschlossenen Bauplatz 
ein Gesellsehaftshaus 
erriehtet. werden und soll dasselbe enthalten: 
A. im Erdgeschoss: 
2—8 gróssere Restaurationsràume nebst Buffet, mit vorliegender Terasse gegen den Garten, 
1 Zimmer für 2 Billards, 
1—2 Spielzimmer 
l grósseres Lesezimmer, 
l kleine, bequem gelegene Garderobe für diese Räume, und die nötigen‘ Aborte; ferner 
eine stattliche Eingangshalle mit Vordach für die Anfahrt und anschliessendem schönen Treppenhaus 
und in möglichster Nähe des letzteren eine grosse Garderobe für die oberen Festräume; ferner ganz 
getrennt von den Gesellschaftsräumen 
2 grössere öffentliche Wirtschaftsräume mit eigenem Zugang-und Abort. 
B. Im ersten Geschoss: Pty 
l Festsaal von 300—850 qm Bodenflüche mit geräumiger Musikgallerie ; 
l kleiner Saal von 140—160 qm Bodenfläche; 
(diese beiden Säle sollen so gelegt sein, dass der eine oder andere Raum für sich benützt werden kann 
und demgemäss zugänglich zu machen ist); 
4—5 kleinere Gesellschaftsräume, welche mit den beiden Sälen in Verbindung zu setzen sind, 
1 Anrichtraum mit Buffet und Speiseaufzug, 
2 kleine Toilettezimmer für Herrn und Damen, und die nótigen Aborte, 
Für den Wirtschaftspüchter und den Hausmeister sind kleine Wohnungen von je 3 Zimmern im 
Dachstock oder in einem Zwischenstock unterzubringen, und endlich sind 
C. im Kellergeschoss : 
eine geräumige Küche, Kaffeeküche, Spülküche, sowie die nôtigen Räume für Brennmaterialien, Magazine, 
Abort, Gemiise-, Bier- und Weinkeller und ein Kesselhaus für die Zentralheizung unterzubringen. 
Verlangt werden die Grundrisse sämtlicher Geschosse in 100 d. nat. Grosse, In demselben Massstab sind 
die Ansichten und die zum Verständnis nötigen Schnitte zu fertigen, während eine perspektivische Zeichnung ein 
Gesamtbild der äusseren Erscheinung zu geben hat. 
Die Aufgabe blieb ungelôst. 
Il. Von der Bauingenieur-Abteilung 
ward folgende Aufgabe gestellt: 
„Die von Baurat Rheinhard entworfene und nach einer originellen Methode ausgeführte, äusserst 
kühne steinerne Brücke über die Murg bei Huzenbach, welche sich bis jetzt durchaus bewährt hat, soll statisch 
untersucht werden. Dabei ist unter Berücksichtigung auch einseitiger Verkehrsbelastung die neuere, auf die Elasti- 
 
	        
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