Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

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Südamerikas die Ketten von Jura und Kreide weit nach Süden, 
zum mindesten bis zum Cap Tres Montes erstrecken. 6. EKocen 
und Miocen ist unter Einer Farbe zusammengefasst und über- 
rascht durch die ungeheure Verbreitung auf Erden. 7. Pliocen, 
von dem in der That auch noch kein Geologe eine richtige 
Definition zu geben im Stande war, ist mit Quaternaer und Recent. 
zu „Modern“ zusammengefasst. Selbstverständlich will das Wort 
nicht mehr sagen, als dass hier die eigentlichen, sonst mit Farben 
eingetragenen Schichten durch Verwitterungsprodukte zugedeckt 
seien. Es sei denn, die Verwitterungsprodukte lassen sich als 
Gletscherschub und Moränenbildungen erkennen, auf welche die 
neuere Wissenschaft mit Recht gegenwärtig so grossen Werth 
legt. Es ist bedauerlich, dass die Karte darauf gar keine Rück- 
sicht genommen hat. Endlich ist unter 8. cristallinisches und 
unter 9. vulcanisches Gebirge ausgehoben, von welchen jenes 
nicht nur dieses, sondern alle anderen Gebirgsarten weit über- 
flügelt. Das vulcanische Gebirge verbreiterte sich im Vergleich 
mit der ersten Ausgabe wesentlich, namentlich in Mexico, diess 
hätte auch jn Südamerika der Fall sein dürfen, wo sich die 
Trachyte regelmässig hinter den cristallinischen Gebirgen längs 
der ganzen Meeresküste aufgethürmt haben. Am meisten ver- 
ändert hat sich Australien, dessen Osten und Süden jetzt er- 
schlossen ist. Madagaskar ist gleichfalls durchzogen und die 
Entdeckungen in China, Hochasien und Sibirien eingetragen. 
Aber noch immer und wohl noch Jahrhunderte lang blickt der 
grössere Theil des Planeten uns als carte blanche an und lässt 
den eigentlichen inneren Zusammenhang der Formationen nicht 
eiumal ahnen, geschweige denn verstehen. 
VII. Director Dr. v. Zech. theilte zwei Beobachtungen 
von Pfarrer Engel in Ettlenschiess über merkwürdige Natur- 
erscheinungen mit. 
Die erste bezieht sich auf eine Abbildung einer innerhalb 
des Fensters stehenden Pflanze auf der Innenseite des gefrore- 
nen Vorfensters an einem kalten Wintertage des vergangenen 
Januar im Pfarrhaus in Amstetten. Die Pflanze, eine stachlige 
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