Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 33, 1877)

LER 
überhaupt” finden sie sich nicht selten vor. Meine Sammlung 
zählt deren mehrere hundert (c. 500) Zähne, welche in ihrem 
ganzen Typus unverkennbar mit denen der lebenden Thiere über- 
einstimmen. Die systematische Stellung dieser Reste muss je- 
doch näher begründet werden. 
Durch Dr. F. C. Winkler sind zwei Zähnchen bekannt ge- 
macht worden*, die aus dem Tertiär (Eocen) von Brüssel stam- 
men; sie erhalten durch ihn den Geschlechtsnamen Plicodus und 
werden der Familie der Cestracionten (Haye) einverleibt. Die 
Falten, welche sich hauptsächlich bei dem einen Zähnchen über 
die Oberfläche hin ausdehnen, lassen eine Aehnlichkeit mit den 
ungleich grössern Ptychodonten - Zähnen der Kreideformation, 
welche zur Familie der Cestracionten gezählt werden, wahrneh- 
men. Die Unterseite dieser Zähnchen ist glatt, wie es scheint, 
abgerieben, und treten an keinem derselben jene Wurzelhörnchen 
hervor, welche den kleinzahnigen Rochen zukommen. 
“Damit fehlt den Zähnen von Brüssel ein wichtiges Merkmal, 
welches die Unterbringung bei den Rochen allerdings unräthlich 
erscheinen lässt. Allein der Zweifel wird immerhin erlaubt sein, 
ob nicht die Wurzelhörnchen. abgebrochen und abgerieben seien. 
Wir besitzen von Baltringen eine grössere Anzahl Zähnchen, die 
sich ebenfalls in diesem unvollkommenen Zustande der Erhaltung 
befinden, die aber nach ihren sämmtlichen andern Eigenschaften 
mit besser erhaltenen Stücken übereinstimmen, bei denen die 
Wurzelhörner sich unversehrt erhalten haben. Für die schwä- 
bischen Zähne ist die Unterbringung bei der Familie der Cestra- 
ciontiden nicht gerechtfertigt. 
* Archives de Mus6e Teyler Vol. IIT, fasc. 4. 1874 S. 295. Ein 
von Dr. Winkler später veröffentlichter Zahn (1. c. 1876 Vol. IV. 
fasc. 1 S. 16) ist an seiner Basis gut erhalten und zeigt (Pl. 2. Fig. 
1—8) die gespaltene Wurzel. Auf uns macht dieser kleine Zahn ganz 
den Eindruck, dass derselbe einem kleinzahnigen Rochen angehört 
habe, welcher hienach auch in der eocenen Formation Belgiens ver- 
treten gewesen zu sein scheint. Eine typische Aehnlichkeit der Cestra- 
cionten-Zähne einerseits und der Zähne der Rochen andererseits ist 
nicht zu bestreiten.
	        

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