Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

ZA — 
Ich komme zu einem weiteren Punkt formeller Natur in der 
Beweisführung hinsichtlich des Z0z0on. 
Es ist offenbar nicht genügend, wenn irgend eine zoologi- 
sche, und wäre es auch die grösste Autorität, den Beweis führte, 
dass in einem Gesteine vorkommende Formen von Theilen dieses 
Gesteins einem Thiere ähnlich seien, gleich konnte ja Niemand 
behaupten. Völlig nichtssagend ist die Behauptung, sobald der 
Mineraloge nachweist, dass dieselben Formen in einer andern 
Anordnung vorkommen, wo anerkannter Massen von einem or- 
ganischen Wesen keine Rede sein kann, 
Dies war mein Beweissatz und ich glaube diesen Beweis 
auch geführt zu haben, mit dem Folgenden jedenfalls ihn bis 
zur vollen Evidenz zu führen. 
Nun sagt aber Dr. Carpenter in seiner Entgegnung: „die 
mineralogischen Details liegen ganz ausserhalb des Beweises 
seiner Untersuchungen, die nur auf die organische Structur Bezug 
haben.“ Das heisst mit andern Worten: Was die Mineralogen 
für die unorganische Natur des Zozoon bewiesen haben, das 
existirt für mich nicht: ich kenne blos Organismen und finde 
ich, dass ein organisches Wesen da ist, so giebt es überhaupt 
keinen Gegenbeweis. Die Mineralogen werden einfach für nicht 
stimmberechtigt erklärt. 
Diese Schlussfolgerung möchte richtig sein, wenn es sich 
etwa darum handelte, ein schon vorhandenes Wesen als fossil 
nachzuweisen, oder darum, bestimmt festgestellte Merkmale eines 
Wesens an einem andern wiederzufinden, sowohl im Einzelnen 
als in ihrer Zusammenstellung. Allein die Sache liegt anders. 
Es handelt sich in der Frage des Kozoon um ein neues Wesen, 
es handelt sich um Formen, von denen es eben von Anfang an 
zweifelhaft ist, ob sie nicht an einem andern Ort rein unorga- 
nischen Ursprungs sich wieder finden, wobei natürlich. wenn sie 
sich so finden, alle Beweiskraft des Schlusses wegfällt. 
Bei der Beweisführung sind die allgemeinen Regeln der 
Logik anzuwenden. Nun hat aber jede Wissenschaft noch eine 
besondere Logik, d. h. festgestellte Thatsachen, aus denen die 
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