Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

— 177 — 
fach durch einen leichten Druck auf die weiche Masse oder durch 
das Aufquellen der Masse in der Zersetzung. Dasselbe Gestein 
zeigt alle Formen der Astsysteme wie das canadische, insbeson- 
dere schön die sog. Zahnsubstanz. 
Man hat also alle hier Eozonal-Bestandtheile des canadischen 
Gesteins beisammen, aber in einer Zusammenstellung, dass 
Niemand auf ein organisches Wesen mehr rathen wird. 
Ist aber dies Alles in Form und auf sicher unorganischem 
Wege möglich, so ist auch das canadische Gestein so entstanden, 
und es bedürfte ganz anderer Beweise, um doch noch eine Ver- 
schiedenheit im Ursprung nachzuweisen. Dieses einzige Hand- 
stück nebst den beiden Dünnschliffen sind der augenscheinliche 
Gegenbeweis; ich werde letztere in der Tübinger Universitäts- 
sammlung niederlegen. Sicher wäre der Strom der Kogoon- 
Litteratur nicht so hoch angeschwollen, wenn man solche Beweis- 
stücke früher gehabt hätte. Diese ans Licht gezogen zu haben, 
ist das einzige Verdienst, welches ich mir zuschreibe; denn einer 
Erklärung bedarf es kaum, wo ein einziger Blick schon ein voller 
Beweis ist. 
Zur Erläuterung der Abbildungen füge ich noch bei: 
Zu Fig. 1. Die gekörnte Fläche ist Kalk. Die weisse mit 
breiten Streifen Serpentin, die Bänder im Kalk Chrysotil. 
Zu Fig. 2 gilt dasselbe. Die 3 Gänge gehen von der Ser- 
pentinkammer durch den Kalk. Die dunklen Stellen im Serpentin 
sind Olivinkerne. 
Fig. 3 und 4 zeigen die Chrysotilbänder von andern Theilen 
des Dünnschliffs. 
Württemb. naturw. Jahreshefte, 1878. I 
€ 
12
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.