Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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aufgesetzt, die Spalte streicht rechtwinklig auf den Kadischa, 
der hor. 7 seinen Lauf hat, sie streicht folglich hor. 1. Vom 
Kadischasteg bis auf die erste Höhe bei Blauza lässt sich der 
Tuffgang verfolgen über eine Höhendifferenz von 450 m hin. 
Der Tuff durchsetzt die Dolomite, die in wilden Formen dem 
Kadischathal seinen Hauptreiz verleihen, und weil voll Höhlen 
und Löcher, seit ältester Zeit die Anachoreten anzogen. In halber 
Höhe zwischen Blauza und dem Thal liegt das alte Heiligthum 
der Libanesen, das 379 von Theodosius gestiftete Kloster Kan- 
nöbin. Ehe man an die Klosterpforte kommt trifft man die kleine 
Felsenkapelle der heiligen Jungfrau neben einer der wunder- 
barsten Eichen, die man finden mag. Unter dem rohen in die 
Felsen gemeisselten Steinkreuz, das jeder Libanese küsst, der des 
Weges geht, drückt sich aus dem Basalttuff der frische Quell, 
ohne den niemalen eine Ansiedlung in dem Felsenneste ent- 
standen wäre, welches später zum Kloster Kannöbin wurde. 
Ohne jegliche Verwerfung der beiderseitigen Dolomitwände 
klafft die tufferfüllte Spalte. Wo aber die Dolomitwände auf- 
hören und darüber der Sandstein anfängt, hat sich im Liegen- 
den des Sandes der basaltische Erguss ausgebreitet, weithin 
Schichten bildend, welche ein sedimentäres Gemenge von Sand, 
Thon und vulkanischem Gestein sind. Solche Stellen geben Auf- 
schluss über die Bildung von Schichten, deren Ursprung in Gegen- 
den, denen Basaltitergüsse fehlen, nahezu unverständlich ist. Mitten 
in der libanesischen Sandsteinbildung, wo z. B, bei dem Metäwile- 
dorfe Djebä die Mühle steht und unter herrlichen Nussbäumen der 
Gebetsplatz der Einwohnerist, steht eine Bank glaukonitischen Kalk- 
mergels an, die man in Handstücken von europäischen Grünsand- 
stücken nicht unterscheiden kann. Verfolgt man diese Bank nach 
Norden und Nordosten, so schwillt sie zu einer Bank Basaltittuff an, 
wobei der sedimentäre Charakter der Bank verloren geht. Die Bank 
wird zu einem ungeschichteten massigen Stock von Basaltit, dessen 
Erguss, wie hier deutlich nachgewiesen werden kann, zur Bil- 
dung der Grünsand-Schichten der mittleren Kreide geführt hat. 
So bunt nun auch die Landschaft durch die Basaltit-Ergüsse 
wird und so abwechselnd die Gegend innerhalb der engeren
	        

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