Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

Stein der Reihe nach Späne abspaltet, bis der Nucleus übrig bleibt. 
Dagegen sehen die bei Bab el meluk, Helwan, Edfu u. s. w. 
gefundenen Stücke, gleich den von Lepsius abgebildeten, so 
ganz zweifellos als von Menschenhand geschlagen aus, dass der 
Gedanke an zufällige Bildung auf das entschiedenste ausge- 
schlossen werden muss. Es handelt sich hier nicht etwa um 
subjektive Ansichten des einen oder anderen Gelehrten, sondern 
um den allgemein gültigen Satz, dass ein Stein unter der 
Hand des Menschen durch Schläge mit andern Steinen oder 
mit Instrumenten eine bestimmte Gestalt erhält, die 
er ohne dies nicht bekäme. So wenig man einen be- 
hauenen Quaderstein mit einem möglicher Weise durch Zufall 
viereckig gesprungenen Steinblock verwechseln wird, so wenig 
können die geschlagenen Feuersteine mit Natursplittern ver- 
wechselt werden. 
Hiebei muss ein Hauptwerth noch weiter darauf gelegt 
werden, dass. nicht etwa der Fund eines einzelnen Feuerstein- 
splitters in Betracht kommen darf, sondern die Zahl der Funde 
an ein und derselben Stelle, während in der nächsten Nähe die 
Splitter ganz fehlen. Dessgleichen ist das geognostische Moment 
herbeizuziehen, dass der Gedanke an natürliche Bildung der 
Splitter nur da erwogen werden darf, wo wirkliche Kreidebänke 
mit den Schnüren und Knauern der Feuersteine an Ort und Stelle 
anstehen. 
Ebers und Lepsius wollen sich mit dem Gedanken an 
menschlichen Ursprung der Feuersteinmesser aus dem Grund 
nicht befreunden, weil sie dieselben an ganz wasserlosen Stellen 
des steinigen Arabiens fanden, wo sie Hunderte von Quadratmetern 
bedecken. Sie hielten es für widersinnig, deren menschlichen 
Ursprung anzunehmen, weil alle Bedingungen der Existenzmög- 
lichkeit für eine menschliche Station hier fehlen. Dabei gehen 
sie von der entschieden unrichtigen Voraussetzung aus, als ob 
die Wüste von jeher Wüste gewesen wäre. Eine solche Annahme 
könnte nach meiner Ansicht etwa das Resultat einer eingehenden, 
Alles erschöpfenden Untersuchung sein, sie aber als einen feststehen- 
den Satz vorauszuschicken und darauf Beweise gegen den mensch- 
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