Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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geschwängert hat, also dass sie in den Stand gesetzt wurden, den 
Schutt von losem Gestein, Knochen, Zähnen, Feuersteinen, Kohlen 
und Aschen zu cementiren. 
Veber die Zeit der Bildung habe ich keinen Zweifel mehr: es 
ist die Zeit der Gletscher und der Schutt, der auf dem Rücken 
der Gletscher von den Höhen zu Thale schob, ist glacialer 
Schutt der Moräne. Derselbe ist 1. wirklicher Schutt, d. h. eckige, 
wenig entkantete Marmore, Dolomite, Sandsteine und Basaltite, 
kurz die härteren Steine, die es überhaupt im Libanon gibt, nur 
wenig gerollt und abgeschoben in allen denkbaren Grösseverhält- 
nissen, von der Staubform an bis zur Grösse mehrerer Kubik- 
meter. 2. Die kleinst zertrümmerten, zu Pulver zermahlenen 
Theile des Kreidegebirgs, namentlich der erzführenden mittleren 
Formation. Der fein vertheilte, die Kalke durchsetzende Schwefel- 
kies färbte die ganze Masse braunroth; daher die röthliche 
Erde, die über Palästina hin auf so vielen Höhen liegt, sie 
ist der „Erdenkloss“ aus dem der erste Mensch gebildet war. 
3. Die terra rossa bewahrt in sich die Spuren prähistorischer 
Zeit, Holzkohlen, Aschen, Steinmesser, Scherben, Knochen und 
Zähne der Thiere, die dem prähistorischen Menschen zur Nahrung 
dienten. 4. Die Ebenen, in welchen die terra rossa den Unter- 
grund bildend sich über Meilen ausdehnt, ist strichweise über- 
säet mit erratischen Blöcken. In der Provinz Küra, die zu 
den fruchtbarsten Provinzen des ganzen Libanon gehört, ist der 
Typus einer solchen Landschaft zu beobachten, die ihre Gestalt 
der gewaltigen Moräne verdankt, welche von den Höhen des 
eigentlichen Libanon aus dem Bezirk Bscherre durch die Kadischa- 
Schlucht gegen das Meer geschoben wurde. Aus den Engpässen 
der Felsen herausgetreten breitete sich der Gletscher am Fuss 
der Gebirgserhebung aus und schuf hier die herrliche Ebene, in 
welcher vor Allem gegenwärtig der Tabaksbau blüht und die 
Kultur der feinsten Orangen *® und Feigen. Die Blöcke von 
58 Der edle Assad Karam Bey Mudir von Zgharta, Neffe 
des berühmten Maronitenführers Karam Bey, einer der reichsten 
Grundbesitzer des Libanon, cultivirt eine Riesenorange (Leimün 
Kubät) und verpachtet seine Bäume von dieser Sorte um jährliche 
Q—300 Frs.
	        

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