Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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Noch deutlicher und sicher ergiehbt sich diese Unterscheidung 
durch den Strich. Dieser ist beim Hydrohämatit dunkelblutroth 
mit einem Stich ins Braune, der des Eisenglanzes in allen seinen 
Abänderungen viel heller und reiner roth. Besonders wichtig ist 
der Strich aber zur Unterscheidung von Brauneisenstein, dessen 
Pulver eine mehr oder weniger stark ins Gelbe gehende Farbe 
zeigt; hier ist der Unterschied so gross, dass keinesfalls eine 
Verwechslung möglich ist. Ein Ritz mit dem Messer über den 
Querbruch eines braunen Glaskopfs zeigt sofort die An- oder 
Abwesenheit unseres Minerals und die Grenze wo beide anein- 
anderstossen. 
Diese Grenze ist bei allen beobachteten Stücken eine sehr 
scharfe und deutliche. Dieselbe schwarze Schicht, die alle braunen 
Glasköpfe nach aussen begrenzt, thut diess nicht nur auch stets 
beim Hydrohämatit, sondern sie scheidet auch diese beiden Minera- 
lien von einander. Die Trennungsfläche ist ebenfalls rund, nieren- 
förmig, der Glanz derselben meist nicht so bedeutend, wie bei 
der äusseren Begrenzungsfläche. Aber nicht nur die äussere 
und innere Begrenzungsfläche des Hydrohämatits zeigen diese 
schwarze Farbe und diese nierenförmige Gestalt, sondern es 
zeigt sich auch im Innern eine meist sehr deutliche und starke 
schalige Absonderung nach solchen, jenen parallelen Flächen, 
welche zuweilen sich schon durch feine Linien auf dem Querbruch 
verrathen, zuweilen aber auch erst beim Zerschlagen zum Vor- 
schein kommen. 
Aber auch quer gegen die Nierenflächen ist vielfach eine 
starke Absonderung in den Krusten des Hydrohämatits vorhanden 
und die einzelnen Absonderungsstücke begrenzen sich gegen- 
seitig durch ziemlich ebene oder wenig gebogene Flächen, welche 
ebenfalls die glänzend schwarze Oberflächenschicht zeigten, so 
dass auch auf dem Querbruch vielfach die eigentliche ins Roth 
spielende Farbe des Minerals gar nicht hervortritt. 
Diese Absonderungsstückchen nach Flächen senkrecht zu 
den Nierenflächen sind meist sehr klein und dünn und die Ab- 
sonderungsflächen mit etwas excentrischen, ebenfalls zu den 
nierenförmigen Flächen nahezu senkrechten feinen Linien ge-
	        

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