Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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oxyd sein können, aber wegen der rothen Farbe wohl kein 
anderes Hydrat als das vorliegende. Zu einer genaueren Unter- 
suchung reichte das Material nicht aus. 
Um nun einen Begriff von der Bedeutung, die der Hydro- 
hämatit wahrscheinlich in den Neuenbürger Brauneisenerzlager- 
stätten gehabt hat, zu geben, will ich anführen, in welcher re- 
lativen Menge im Verhältniss zum Brauneisenstein er sich an 
meinen Stücken findet. Da diese ziemlich zahlreich sind und 
wie aus der Einleitung hervorgeht, ganz ohne alle Rücksicht auf 
den Hydrohämatitgehalt gewählt worden sind, da mir ja damals 
dieses Mineral ganz unbekannt war, so lässt sich daraus vielleicht 
mit weniger Sicherheit schliessen, in welcher Menge es sich 
überhaupt im Ganzen dem Brauneisenstein gegenüber gefunden 
hat. An wenigen Stücken fehlt der Hydrohämatit ganz, an den 
meisten ist er in geringerer Menge vorhanden, als der Braun- 
eisenstein, an verschiedenen hält er diesem an Menge mindestens 
die Wage und überwiegt auch an einzelnen, so dass im Grossen 
und Ganzen er sich an Menge zum Brauneisenstein verhält, wie 
1:5, oder so dass er !/5 — !/6 der ganzen in Neuenbürg ge- 
förderten Erzmasse ausgemacht haben würde. Es wäre demnach 
wenigstens für unseren Fundort ein Mineral von nicht unerheb- 
licher technischer Wichtigkeit. Leider lässt sich das jetzt nicht 
mehr weiter constatiren, da der Neuenbürger Bergbau wohl jetzt 
lange schon ganz zum Erliegen gekommen ist. 
Da nun das Mineral auch anderorts auf Eisenerzlagerstätten 
mit Brauneisenerz zusammen vorkommt, so im Siegen’schen, bei 
Hof im Fichtelgebirge in Connecticut etc., so verdient es wohl mit 
in vorderer Linie unter den Eisenerzen genannt zu werden. Ist 
es auch nicht so verbreitet und massenhaft und also nicht so 
wichtig, wie Magneteisen, Eisenglanz, Brauneisenstein und Spat- 
eisenstein, so ist es doch wichtiger und verbreiteter als der nie 
in grösseren Massen sich findende Göethit. Da es anderen 
Erzen so ähnlich ist, so ist wohl auch anzunehmen, dass es bei 
genauerer Beobachtung sich auch noch auf anderen Brauneisenerz- 
lagerstätten finden und sonach weiter an Bedeutung gewinnen werde.
	        

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