Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

Farbe; die honig- bis goldgelben Stücke besitzen eine Dichtig- 
keit von 1,055 bis 1,058, die orangefarbigen von 1,088 und 
die nur unvollkommen durchsichtigen braunrothen von 1,118. 
Dem Aussehen und dem specifischen Gewicht nach stehen diese 
Harze dem gewöhnlichen Bernstein vom Ostseestrande ziemlich nahe. 
Zur Vergleichung folgen hier die für samländischen Bern- 
stein ermittelten Zahlen: hellgelb opalisirend 1,077; citron- bis 
goldgelb durchsichtig 1,080; braunroth mit erdigem mattem 
Veberzug 1,092. 
Aber in Bezug auf Festigkeit ist ein grosser Unterschied 
zwischen den Libanonharzen und dem Bernstein; denn wenn erstere 
in hohem Grad spröde und so leicht zerbrechlich sind, dass sie 
bei der Prüfung auf ihr elektrisches Verhalten leicht in Stücke 
zerspringen, so ist der letztere ungemein fest und ganz aus- 
nehmend schwer zu pulvern; auch eignet. er sich bekanntlich 
vorzüglich zur Bearbeitung auf der Drehbank. 
Im Platinlöffel bei Luftzutritt erhitzt verbrennen die Harze, 
wie der Bernstein, indem sie zuerst unter heftigem Aufschäumen 
schmelzen und eine grosse Menge von Gasen und Dämpfen ent- 
wickeln, die mit stark leuchtender, gelber, russender Flamme 
brennen. Es bleibt nur sehr wenig einer röthlichen Asche zurück, 
in welcher sich Eisenoxyd und Kalk deutlich nachweisen lassen: 
Zur genaueren Bestimmung der Aschenmenge reichten die mir 
zu Gebote stehenden kleinen Quantitäten der Libanonharze nicht hin. 
Da der Bernstein bei der trocknen Destillation eine gewisse 
Menge Bernsteinsäure liefert und da bekannt ist, dass er einen 
geringen Antheil dieser Säure schon fertig gebildet enthält, so 
habe ich in dieser Beziehung die braunrothe Varietät der Liba- 
nonharze untersucht, und zwar habe ich diese deshalb gewählt, 
weil ich von derselben die relativ grösste Menge, gegen 30 
Gramm, zur Verfügung gehabt habe. Durch Auskochen des fein 
gepulverten Harzes mit einer Lösung von Natriumcarbonat und 
Filtriren erhält man eine gelbliche Flüssigkeit, die, mit reiner 
Salpetersäure schwach übersättigt und im Wasserbad zur Trocken- 
heit abgedampft, einen braunen Rückstand lässt, der mit Wasser 
ausgezogen wurde. Diese Lösung wurde verdunstet und der 
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