Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

— 8) — 
Rückstand mit absolutem Alkohol extrahirt; es resultirte eine 
gelbliche sauer reagirende Lösung, die nach dem Behandeln mit 
gereinigter Knochenkohle und Eindunsten einen krystallinischen, 
nicht ganz farblosen Rückstand gab, völlig sublimirbar, durch 
Eindunsten mit Salpetersäure sich nicht verändernd, in Alkohol 
und Aether löslich und mit Kalkwasser keinen Niederschlag gebend. 
Bleizucker-, Silbernitrat- und Eisenchloridlösungen gaben eben- 
falls unmittelbar keine Füllungen, wohl aber nach dem Neutra- 
lisiren mit Ammoniak. Dieses Verhalten ist charakteristisch für 
Bernsteinsäure. Obgleich ich wegen Mangels an Material keine 
Elementaranalyse vornehmen konnte, nicht einmal die Silber- 
bestimmung im Silbersalz zu machen im Stande war, so glaube ich, 
auf die angegebenen Reactionen gestützt, doch aussprechen zu 
dürfen, dass in dem braunrothen Libanonharz Bernsteinsäure 
fertig gebildet enthalten ist. 
Das beim Auskochen mit Sodalösung ungelöst gebliebene 
Pulver gab bei der trocknen Destillation eine kleine Menge einer 
farblosen sauren Flüssigkeit, ein gelbbraunes, in Alkohol lösliches 
Oel und einen braunen Rückstand, der sich nicht in Alkohol, 
aber leicht in erwärmtem Terpentinöl löste und damit einen 
dunkelbraunen Firniss lieferte. Die wässrige saure Flüssigkeit 
wurde mit Soda beinahe neutralisirt und eingedunstet. Kin Theil 
des Rückstandes gab beim Uebersättigen mit Schwefelsäure einen 
Geruch ähnlich dem von Essigsäure; aber derselbe rührte von 
Ameisensäure her, denn die Lösung des trocknen Salzes gab 
beim Mischen mit Silbernitrat und Erwärmen neben einem weissen 
Niederschlag (bernsteinsaurem Silber) auch eine Reduction von 
metallischem Silber. Nach Entfernung der Ameisensäure durch 
Eindampfen liess sich wie oben die Gegenwart der Bernsteinsäure 
nachweisen. 
Es zeigt sich somit zwischen dem braunrothen Harz vom 
Libanon und dem Bernstein insofern eine grosse Aehnlichkeit, 
als in beiden Bernsteinsäure fertig gebildet vorhanden ist und 
als bei der trocknen Destillation diese Säure (neben Ameisen- 
säure) auftritt. Daraus aber sofort den Schluss ziehen zu wollen, 
dass das syrische Harz wirklicher Bernstein sei, wäre wohl kaum 
;R 
A*
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.