Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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zulässig, weil sich Bernsteinsäure bei sehr verschiedenen Zersetzungsprocessen
 organischer Körper bildet.
Bei dem Versuch, die Schmelzpunkte der Harze zu bestimmen,
 zeigte es sich, dass dieselben sich zersetzen, stark
riechende und sauer reagirende Dämpfe entwickeln und sich
dunkler färben, noch ehe sie schmelzen. Wenn also endlich
 das Schmelzen wirklich eintritt, so hat man es nicht mehr
mit dem ursprünglichen Harz, sondern mit einem seiner Zersetzungsprodukte
 zu thun. (Vergl. unten.)
Concentrirte Schwefelsäure löst die Harze, falls sie nur fein
gepulvert sind, schon bei gewöhnlicher Temperatur nach und nach
zu einer klaren braunen Flüssigkeit auf, die auf Zusatz von
Wasser einen mehr oder weniger gefärbten flockigen Körper
fallen lässt.
Salpetersäure, sowie Aetzkali, auch schmelzendes, greifen
die Harze wenig an; verhältnissmässig am leichtesten werden
die dunklen Varietäten verändert. Das Verhalten des Bernsteins
zu diesen drei Agentien ist genau das nämliche.
Um aber über die vermeintliche oder wirkliche Identität der
Libanonharze mit dem Bernstein ein Urtheil zu haben, erschien
es nöthig, auch die Elementaranalyse vorzunehmen und zugleich
das Verhalten dieser Harze zu Lösungsmitteln zu untersuchen,
um durch letztere zu erfahren, ob die Harze vielleicht Gemenge
seien.
Das braunrothe Harz und ebenso das hyacinthrothe
löst sich beim Kochen mit absolutem Alkohol nur zum Theil
und gibt eine tief gelbe Lösung, aus welcher Wasser einen
schmutzig gelblichweissen Körper in grossen Flocken fällt. In
der Lösung lässt sich Bernsteinsäure nachweisen.
Der in Alkohol lösliche Antheil wurde mit Kupferoxyd verbrannt.
 0,2845 Grm. gaben 0,782 Grm. Kohlensäure und 0,317
Grm. Wasser. Hieraus berechnen sich
Kohlenstoff 74,8 %.
Wasserstoff 12,3 „
Sauerstoff 12,9
Diese Zahlen führen zu der Formel Cs Hı60, welche fordert
            
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