Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

gleiteten Schüsselrostes fructificirt, der sonst insgemein unter 
dem Namen des Aecidium Eupherbiae Pers. bekannt war. 
Die stattfindende Verunstaltung ist in diesem Fall eine beträcht- 
lichere als die, welche die X. verrucosa durch ihren Schmarotzer 
erfährt, indem ausser dem veränderten Wachsthum der Stengel 
auch die Blätter der betreffenden Stöcke in ihrer Form wesent- 
lich beeinflusst werden, kürzer und breiter als die normalen sich 
entwickeln. Auf derselben Wolfsmilch kommt aber auch eine 
Rostform vor, welche der Formgattung Uromyces angehört 
und unter dem Namen des U. scutellatus Lev. bekannt ist; 
dieser Uromyces ist schon durch gewisse morphologische Merk- 
male — eine unregelmässig-höckerige Sculptur des KExospors 
seiner Teleutosporen — von dem Uromyces der HE. wverrucosa, 
welcher glatte Sporen hat, spezifisch zu unterscheiden, abgesehen 
von der Frage nach etwaigen Verschiedenheiten des biologischen 
Verhaltens der beiden Formen. 
Man war bis vor Kurzem überzeugt und hielt es eigentlich 
für selbstverständlich, dass das Aecidium der E. Cyparissias mit 
seinen Spermogonien und der Uromyces derselben Pflanze in 
den Entwicklungskreis einer und derselben -— autöcischen — 
Uredineenspecies zusammengehören, nach Analogie verschiedener 
anderer, sich gleich verhaltender Rostpilze. Allein vor zwei 
Jahren (Hedwigia 1875, Nr. 7) wurde von Dr. Schröter die 
überraschende Beobachtung veröffentlicht, dass das Aecidium 
Euphorbiae Pers. vielmehr Sporen bildet, welche einen auf 
Erbsen und andere Leguminosen (z. B. Lathyrus-Arten) vor- 
kommenden Uromyces erzeugen in ähnlicher Weise, wie die 
Aecidien der andern, schon nach seitherigen Kenntnissen ziemlich 
zahlreichen sogenannten heteröcischen Uredineen, und dass daher 
jenes Aecidium Euphorbiae einem heteröcischen Parasiten an- 
gehört, welcher seinen Schüsselrost auf Zuphorbia UCyparissias 
bildet, seine Teleutosporenlager dagegen aus einem in den 
Erbsenpflanzen entwickelten Mycel hervorgehen lässt, und in 
dieser letztern Form den Uromyces Pisi Strauss darstellt. 
So auffallend auch diese Angabe ist, so ist doch bei den 
sonstigen Analogieen und bei der Gewissenhaftigkeit des ge- 
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