Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 36, 1880)

unten an der Basis oder aussen liegt, sondert die Korallencolonie
sehr häufig eine Kalkhaut, die sogenannte Epithek, ab, ein
Gebilde, welches nicht den Individuen, sondern der Colonie im
Ganzen angehört. Es ist eine Art Schutzrinde oder Schanze,
um das Eindringen der wuchernden Feinde vom lebenden Theil
möglichst zu hindern !, sie fehlt übrigens vielen Arten ganz, und
solche sehen auch aussen und unten frisch aus.
Ausser diesen incrustirenden Feinden und denen, welche sie benagen
 und fressen, wie manche Fische, z. B. die Papageifische, haben
die lebenden Korallen auch noch zahlreiche Parasiten und Insassen,
 so die Lithodomus-Muschel, die Schnecken Magilus? und Vermetus
 3, die Serpulen aus der Classe der Ringelwürmer, Cryptochirus*
 und Pyrgoma® aus der der Krebse und Rankenfüssler.
Alle diese wohnen ganz oder zum Theil innerhalb der Korallenmasse,
 worin sie sich in ihrer Jugend ansiedeln. Mit dem
Wachsthum der Koralle werden sie umwuchert, und in dem
Masse treiben sie Röhren und Gänge durch die Korallensubstanz
an die Oberfläche, um die Communication mit der Aussenwelt
nicht zu verlieren. An solchen Stellen nun, wo diese Parasiten
sitzen und an die Oberfläche treten, ist die Koralle gewöhnlich
etwas im Wachsthum gestört, sie zeigt Einziehungen® oder
auch, indem sie hier durch Reizung mehr wuchert und sich
gegen ihre Feinde abzugrenzen sucht, Auftreibungen!, ähnlich
den Gallen der von gewissen Insekten heimgesuchten Pflanzen.
! Klunz, 1. cit. III. Theil, Taf. V, Fig. 5, rechts und oben am
Rand.
? Klunz. 1. cit. III. Theil, Taf. II, Fig.5 und 7 (die Löcher in
der Mitte).
> Klunz. 1. cit. II. Theil, Taf. VI, Fig. 4 (die Röhre in der
Mitte).
* Klunz. ]l. cit. III. Theil, Taf, III, Fig. 7 (die runden glattwandigen
 Oeffnungen).
> Klunz. 1. cit. IIL Theil, Taf. II, Fig. 3, unten gegen die Mittellinie,
 und Taf. IV, Fig. 5, unten rechts.
$ Klunz. 1. cit. III. Theil, Taf. VI, Fig. 3, und Taf. IV, Fig. 10.
7 Klunz, 1. cit. II. Theil, Taf. VII, Fig. 15, oben links, nicht
sehr deutlich.

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