Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 38, 1882)

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auch des Nachmittags bis dahin nicht glücklicher gewesen war,
als am Morgen, so versuchte ich es, sie in Rücksicht auf ihr
niedriges Fliegen dadurch zu überraschen, dass ich mich mit
meinem Netze hinter Abhänge stellte, in der Hoffnung, sie würden
 in den Thaleinsenkungen die gleiche Höhe über dem Boden
einhalten, wie in der Ebene, sie würden also über den Abhang
herab, mir, den sie vorher nicht sahen, entgegenfliegen und so
leicht gehascht werden können. Allein ich musste zu meiner
Enttäuschung erfahren, dass sie überall über kleine Vertiefungen
und schmale Schluchten wegflogen, unbeirrt durch dieselben ihre
schnurgerade Richtung verfolgend: auf der gegenüberliegenden
Bodenerhebung hielten sie unmittelbar wieder ihre frühere Flughöhe
 ein. Sie verhielten sich indessen in dieser Weise nur
gegenüber schmalen Einsenkungen, weite durchflogen sie am Boden.
Die Eristalis setzten sich jetzt, am späten Nachmittag,
häufiger an Blumen und ruhten länger, ebenso die Melithreptus.
Nicht die Libellen. Wo diese sich gegen Abend versteckt haben,
weiss ich nicht zu sagen. Auf dem Rückwege nach Sils flogen
mir noch bis 51» Uhr Nachzügler aller drei Gattungen entgegen,
dann hörte die Wanderung auf, Bis gegen 5 Uhr hatte sie in
ungeschwächter Weise fortgedauert.
Am 3. und auch noch am 4. September beobachtete ich,
bei derselben Witterung, speciell auch bei derselben Windrichtung
wie am 2., gleichfalls noch Wanderung, an ersterem Tage aber
schon sehr schwach, an letzterem noch schwächer. Die Wanderung
 dauerte abermals von nach 9 Uhr Morgens an — vorher
war bei besonders darauf gerichteter Aufmerksamkeit nichts von
ihr zu sehen — bis etwa 51/2 Uhr Abends.
Die Fliegen sind Eristalis sylvaticus Mrıc. = Eristalis tenax
L. var. und Melithreptus (Syrphus) lavandulae Maca.
Beide, wie auch Zibellula scotica, traf ich noch in der
folgenden Woche reichlich, nur nicht wandernd, in Sils. Die
Eristalis ist dort, wenigstens im Herbst, das gemeinste Insekt
an Blumen, die Zöbellula scotica umfliegt mit Libellula meridionalis
 und mit Aeshna grandis lebhaft die Sümpfe. Die beiden
letzteren sah ich um genannte Zeit vielfach in der Mittagssonne
	        
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