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um Kenntnisse auf dem Gebiete der Thierheilkunde zu sammeln,
sondern auch um sich mit nordischen Sprachen bekannt zu
machen, und eben diess gab Anlass, dass durch Hering schon
seit so vielen Jahren den deutschen Thierärzten die durch Dänen,
Schweden, Engländer und Italiener gewonnenen Fortschritte in
ihrem Fache zur Kenntniss gebracht wurden. Hering war es,
der zuerst in der thierärztlichen Literatur namentlich in seinem
früher in sehr weiten Kreisen bei den deutschen Thierärzten
verbreiteten Repertorium der Thierheilkunde Auszüge, sogar vollständige
Uebersetzungen aus der dänischen, schwedischen, englischen
und italienischen Fachliteratur lieferte.
Schon im Dezember 1822 erfolgte eine Berufung Hering’s
an die von König Wilhelm am 3. Dezember 1821 eröffnete
Württembergische Thierarzneischule zu Stuttgart für die Lehrfächer
Anatomie, Physiologie und Heilmittellehre. Zu seiner weiteren
Ausbildung wurde Hering in den Monaten August, September,
October 1826 nach Alfort, Paris und in die Normandie gesendet,
wobei er an Cuvier empfohlen, mit diesem bedeutenden N. aturforscher
mehrfach anregenden Verkehr hatte. Vom Jahre 1828 erhielt
Hering die stationäre und consultatorische Clinik zugewiesen und
besorgte dieselbe bis 1857. In den letzten Jahren dieser Periode
von 1847 an übernahm er auch noch die ambulatorische Rindvieh-Clinik,
In diesen 29 Jahren praktischer Thätigkeit sammelte
Hering einen reichen Schatz werthvoller Erfahrungen, durch welche
eben seine Lehrbücher für Thierärzte einen besonderen Werth und
so vielseitige Anerkennung gewannen. Durch dieselben wirkte
er ganz entschieden mehr in weiten Kreisen und auf seine
Schüler, als durch seine clinischen Vorträge, bei welchen er gewöhnlich
wortkarg war, wie er demn im Allgemeinen im Verkehr
mit seinen Schülern und Collegen zurückhaltend, nicht direkt
aufmunternd und anregend sich verhielt, obgleich er, befragt und
zu Rathe gezogen, eine freundliche, wenn auch kurze Antwort
ertheilte. Dagegen schloss er sich mit Vorliebe an auswärtige
hervorragende Collegen freundschaftlich an, und empfing alle,
wenn sie ihn aufsuchten, in zuvorkommenster Weise. Sein schriftlicher
Verkehr war besonders lebhaft mit solchen Collegen, welche