Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 39, 1883)

ist, dass diese grösseren Blätter sämmtlich einen, wenn auch
kurzen, Blattstiel besitzen, der bei G. Jaccardi nicht wahrgenommen
 wird. Es wird somit das Vorhandensein von wenigstens
 zwei Arten in Heygbach nicht zu beanstanden sein, . aber
es fällt allerdings die Entscheidung oft schwer, welchen von
beiden Arten ein Blatt zuzuiheilen sei. Unger glaubt (in seiner
Flora von Kumi S. 59) die Blätter aus Kumi, die aus der Provence
 und von Häring, sowie auch die Grevillea Jaccardi von
Locle, als zur nämlichen Art gehörig, auffassen zu sollen. Ich
besitze vou Heggbach auch einen Zweig mit mehreren Blättern,
die aber nicht in einer Fläche liegen, sondern theilweise in den
Mergel eingesenkt sind und desshalb weniger geeignet sind, Auskunft
 zu geben. Heer führt noch eine dritte Art aus Monod an,
Grev. lancifolia (Tertiärfl. II, Taf. 97, Fig. 23). Kin paar
Blätter von Heggbach kommen damit besonders durch die langhingezogenen
 Secundärnerven überein, die aber gegen den Rand
hin unbestimmt auslaufen und das Feld ungeschlossen lassen;
sie unterscheiden sich dadurch sowie durch grössere Breite, jedenfalls
 von den zuvor angeführten Arten; da aber das betreffende
Blatt von Monod, wie es den Anschein hat, das einzige ist, und
demselben die Basis fehlt, so ist darüber keine Sicherheit zu
gewinnen.
Auch Graf Saporta unterscheidet aus der Miocänformation
von Aix noch eine grössere Anzahl von Arten seines Proteaceengeschlechts
 Lomatites, welche eine Formähnlichkeit mit einzelnen
Blättern von Heggbach nicht verkennen lassen; es scheint jedoch
bei der ohnehin grossen Mannigfaltigkeit dieser Blätter nicht
gerathen, auf Grund einer Aehnlichkeit noch weitere Arten zu
unterscheiden.
Was die Früchte dieses Geschlechts anbelangt, so bemerkt
Graf Saporta, dass zugleich mit den Blättern, die er Lomatites
aquensis benennt, in der Provence immer auch gewisse Früchte
vorkommen, die mit manchen Proteaceenfrüchten gute Uebereinstimmung
 in ihrer wesentlichen Erscheinung zeigen, die man
desshalb geneigt sein möchte, mit denselben zu verbinden. Unger
hat für dieselben den Geschlechtsnamen Embotrites aufgestellt.

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