Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 39, 1883)

zu den Secundärnerven beträchtlich stärker ist; und dass bei
Grevillea die Secundärnerven nicht spitzläufig sind, sondern sich
in Schlingen verbinden, welche schmale Felder einschliessen.
Unger bringt in seiner fossilen Flora von Kumi (S. 86 Taf, 16
Fig. 1—3) drei Blättchen zur Abbildung, die wenig grösser sind
als das Blatt von Rivaz und von Heggbach, aber die gleiche
Nervatur und die gleiche Gesammtform haben. Er benennt dieselben
 Prosopis Kymeana; allein die Heer’sche Benennung hat
die Priorität voraus. Winzige Blättchen sind die der Acacia
oeningensis Heer (Tertiärfl. III, S. 131 Taf, 139 Fig. 44). In
Oeningen kommen sie noch an dem gemeinsamen Blattstiel befestigt
 vor. Ich habe von Heggbach nur vier vereinzelte Blättchen,
 aber sie haben die gleiche diminutive Gestalt von 4 mm
Länge und 2 mm Breite. Von der Nervatur gibt Heer nichts
an; an einem der vier Blättchen von Heggbach ist die Nervatur
noch mit der Lupe wahrnehmbar; der unterste Secundärnerv hat
eine Richtung gegen die Spitze, ganz übereinstimmend wie bei
den kleinen Blättchen der 4. heterophylla, welche Reuss mitgetheilt
 hat (cf. Pflanzenblätter in Naturdruck, Taf. 42 Fig. 4).
Diese Nervatur mahnt an jene der Podogonien, besonders auch
in dem Umstande, dass nur auf einer Seite des Blättchens der
Secundärnerv sich verlängert, während auf der andern Seite bei
der Kleinheit der Blättchen jegliche Nervatur verschwindet. Die
Spitze selbst ist abgestumpft, die Basis mehr oder weniger ungleichseitig.
 (Fig. 37.)
Das Sammelgenus Leguminosites, das von den Phytopaläontologen
 vielfach noch als Anhang zugefügt wird, mag
besser ausser Betracht bleiben und die selbstverständliche Versicherung
 genügen, dass auch in der oberschwäbischen Molasse
Blättchen vorhanden sind, die man zu den Leguminosen zu zählen
Lust und Grund hat, ohne sich entscheiden zu können, wo man
dieselben näherhin unterbringen soll.
Rückblicke auf die Gamopetalen und Polypetalen.
Gegenüber den Apetalen, die in der obermiocänen Flora durch
das vielfach massenhafte Auftreten ihrer Reste sich als Haupt-239


            
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