Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 39, 1883)

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bestandtheil der Wälder darstellen, treten die Gamopetalen und
Polypetalen zurück. Sie waren wohl mehr nur an den Waldrändern
und in den Waldblössen vorhanden oder bildeten als Niederholz
einen mehr untergeordneten Bestandtheil. Dessungeachtet ist
der Grad ihrer Entwicklung in der Molassezeit ein sehr hoher,
wenn man die Zahl’ der Familien und Geschlechter in Anschlag
bringt, deren Reste mit mehr oder weniger Sicherheit von den
Paläontologen nachgewiesen werden. Man darf dabei nicht ausser
Betracht lassen, dass die krautartigen Pflanzen, die heutzutage
einen so grossen Bestandtheil der Flora. ausmachen, gar nicht
oder nur wenig geeignet waren, ihre Reste in fossilem Zustande
zu hinterlassen, weil ihnen der Blattfall abgeht. Nur jenen Gewächsen,
 deren abfallende Blätter oder auch Früchte durch den
Wind in benachbarte Gewässer getragen werden können, ist die
Möglichkeit uud Wahrscheinlichkeit eröffnet, ihre Reste in den
Schlammschichten auf dem Grund der Seen zur Bewahrung für
den fossilen Zustand niederzulegen. Die Reste der allermeisten
krautartigen Pflanzen, wenn sie nicht selbst im Wasser wachsen
oder wenigstens unmittelbar am Ufer (Schilf), unterliegen dem
Zersetzungsprocesse an der freien Luft und gehen zumeist spurlos
 verloren, Für die fossile Flora kommen daher überhaupt nur
jene holzartigen Gewächse in Anschlag (Bäume und Sträucher),
welche periodisch, oder auch ohne bestimmte Perioden, ihrer Blätter
 sich entledigten, die dann, ein Spiel der Winde, in ruhige
Gewässer getragen wurden, dort eine Zeit lang auf der Oberfläche
schwammen, um sodann auf den Grund niederzusinken, der sie in
seinen Schlamm einhüllte. In welchem Umfang die gamopetalen
und polypetalen krautartigen Pflanzen zur Molassezeit vorhanden
waren, lässt sich somit aus den fossilen Resten derselben nicht
unmittelbar abnehmen. Sie haben nicht gefehlt, aber die übermächtige
 Holzvegetation des überall verbreiteten Waldes wird
denselben immerhin den Raum streitig gemacht haben, so dass
ihre Entwicklung und Verbreitung zurückstehen musste.
Was die gamopetalen und polypetalen Reste der Flora von
Heggbach insbesondere betrifft, so werden in ihr die Vertreter einiger
Familien, wenigstens bis jetzt, vermisst, die sonst in diesem geo-
            
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