Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 39, 1883)

vergeblich, auszusetzen, so dass ich sogar völlig erstarrte Thiere 
antraf,“ Herr Koch glaubt nicht, dass diese Thiere sich im J. 1882 
stärker als sonst vermehrt haben, sie seien vielmehr vorher 
schon dagewesen, haben sich aber der nassen Witterung wegen 
mehr gezeigt, um Sonnenwärme zu suchen und sich. zu trocknen. 
Vebrigens sagt Herr Koch, er habe schon vor 40 Jahren 
bei Urach im Brühl (dem Thal, worin der Wasserfall ist), 
sodann am Jusiberg und im Spalerwald bei Mezingen die Kreuz- 
otter gefunden. In seiner Gegend (Auingen auf der Münsinger 
Alb) seien sie selten geworden, da er schon 6—800 Stück weg- 
gefangen habe. 
Es wäre nun sehr interessant zu erfahren, ob heuer bei 
uns Kreuzottern auch sonst in Gegenden gesehen wurden, wo 
man sie früher nicht beobachtete und ob man sie in Gegenden, 
wo sie seither vorkamen, im Jahr 1882 gleichfalls viel häufiger 
als sonst gefunden hat. 
Bisher bestand die allgemeine Ansicht, dass Kreuzottern bei 
uns bloss in den höher gelegenen Gegenden (Alb, Schwarzwald, 
Oberschwaben) vorkommen. 
Auf der Alb findet sich die Kreuzotter wohl überall, von 
Tuttlingen bis Neresheim,. wenn auch nicht überall häufig. Auf 
die Frage, wo sie wohl am häufigsten sei, kann man mit Recht 
antworten, da, wo am häufigsten Leute von ihr gebissen werden. 
Heuer kam ein solcher Fall vor bei Friedingen OA. Tuttlingen, 
der gefährlich wurde, jedoch nicht tödtlich endete, wogegen am 
1. August 1879 auf der Alb bei Lauterburg OA. Aalen eine 
Frau, welche beim Sammeln von Waldstreu von einer Kreuzotter 
ins Knie gebissen worden war, in Folge des Bisses gestorben 
ist. Ueber das Vorkommen der Kreuzottern auf der Alb habe 
ich mich früher an einem andern Ort (Württ. Landes-Z. 1879, 
No. 237, II) ausführlicher geäussert und dabei auch die bisher 
bekannten Fälle von Vergiftung durch Kreuzotternbisse erwähnt, 
Am häufigsten sind die Kreuzottern in den oberschwäbischen 
Torfmooren, wo in ganz seichten kleinen, von der Sonne ge- 
wärmten Wasserlachen oft mehrere bei einander liegen (s. d. 
Anm, auf S. 145 dieser Jahreshefte vom Jahr 1881). 
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