Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 43, 1887)

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seiner Gesundheit erfreuen durfte, womöglich niemals fehlte, und 
durch seine ansprechende, gleichmässige und sinnige Heiterkeit so 
wesentlich zu deren Verschönerung beitrug. Der Verstorbene war 
ein Naturfreund im edlen Sinne des Wortes. Das ewig Ansprechende 
in der Natur und in dem Menschenleben, im Grossen wie im Kleinen, 
zog ihn an, und nach solchen voll und ganz in sich aufgenommenen 
Eindrücken entwickelten und bildeten sich seine Anschauungen und 
sein Charakter. Daher sein auf das Wahre und Natürliche gerichteter 
Sinn, sein ruhiges Masshalten, seine Einfachheit, seine Freundlichkeit 
und Gefälligkeit in dem Verkehre mit Anderen. 
Wohl niemand wird sich finden, der rauhe Worte oder herbe 
Behandlung von ihm zu erfahren gehabt hätte, ebendeshalb auch 
wohl niemand, der ihm feind war. Dagegen war, wer immer mit 
ihm in Verkehr kam, alsbald von seinem Wesen auf das angenehmste 
berührt, und deshalb war er, obwohl es ihm stets ferne lag, sich 
um Erfolge bei Anderen zu bemühen, überall gerne gesehen und all- 
gemein beliebt. Seinen näheren Freunden aber war er um seiner 
trefflichen Eigenschaften willen, insbesondere auch seiner Zuverlässig- 
keit wegen ein Besitz, dessen Verlust sie tief beklagen. 
WILHELM CHRISTIAN THEODOR V. GMELIN ist geboren zu Ludwigs- 
burg den 4. Juli 1821. Seine Eltern waren Dr. jur. WıLueLM LuDwıiG 
GmeLiy, seit 1828 Oberamtmann tit. Regierungsrat zu Calw, und 
JULIANE geb. PLIENINGER, Tochter des Hofmedikus THEODOR PLIENINGER 
von Stuttgart. Er besuchte in den Jahren 1828—35 die Latein- 
schule zu Calw, sodann das Obergymnasium zu Stuttgart, woselbst 
er in das Haus seines mütterlichen Grossvaters aufgenommen wurde, 
und woselbst wohl hauptsächlich beeinflusst durch seinen Oheim 
Öberstudienrat PLIENINGER, einem eifrigen Forscher auf dem Gebiete 
der Naturwissenschaften ,. der Grund zu seiner Neigung zu solchen 
gelegt worden ist. 
Übrigens kann auch gesagt werden, dass diese Neigung gleich- 
sam eine Erbschaft von Seite der Familie seines Vaters war, sofern 
seit dem 14. Jahrhundert die verschiedenen Linien der Familie GMELIN 
eine grössere Anzahl von teilweise hervorragenden Professoren in 
den Fächern der Naturwissenschaften und der Medizin aufzuweisen 
haben. 
Beispielsweise sollen erwähnt werden: JoHANN GEORG GMELIN, 
gestorben als Professor der Botanik und Chemie zu Tübingen im 
Jahre 1755, berühmt durch seine im Auftrag der kais. russischen 
Regierung zur Erforschung Sibiriens ausgeführten 9jährigen Reisen, 
Jahreshefte d. Vereins f. vaterl. Naturkunde in Württ. 1887. 
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