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wohl keine Rede mehr sein kann. Die Schlüsse, die Heer gezogen
hat, beruhen nicht mehr auf dem unsicheren Fundament von spärlichen
Einzelfunden, sondern fussen auf einem Material, welches von
ganzen Waldkomplexen geliefert wurde und in vielen Tausenden von
Handstücken ihm vorlag. Die weitere Aufgabe kann keine andere
sein, als die, dass diese Ergebnisse nunmehr auch durch die Darlegung
der klimatischen Entwickelung der Erdoberfläche zum Verständnis
gebracht werden. Wenn beide Wege, die palaeontologischen
Untersuchungen einerseits und die Darlegung der klimatischen Entwickelung
anderseits, in ihren Endergebnissen zusammentreffen , so
dienen sie sich gegenseitig zur Stütze und Bekräftigung.
Allerdings haben für die palaeontologischen und anderweitigen
Untersuchungen bisher nur solche Gegenden Material geliefert, welche
unter dem KEinflusse des nordatlantischen Meeres stehen, oder demselben
wenigstens nicht allzu weit entrückt sind. In anderen Gegenden
der Erde könnten wohl auch Verhältnisse bestanden haben, die
von jenen mehr oder weniger abweichen. Die fossilen tertiären
Pflanzenreste von Alaska und Sachalin geben hierfür (nach HEER)
Anhaltspunkte und das Klima der ganzen südlichen Halbkugel weist
beträchtliche Abweichungen auf, um anderer rätselvoller Erscheinungen
nicht zu erwähnen. Aber bei dem gegenwärtigen Stand der
Untersuchungen dürften die gewonnenen Resultate doch genügen,
um den Beweis zu liefern, dass eine absolute Unfassbarkeit
der klimatischen Beschaffenheit der früheren Erdperioden keineswegs
besteht, so weit auch diese pessimistische Auffassung verbreitet sein
mag. Ich möchte das um so mehr hervorheben, als gerade in einem
neuesten trefflichen und sehr empfehlenswerten Werk (Dr. NEUMAYR,
Erdgeschichte, wovon der II. Band erst in diesem Herbst vor wenigen
Wochen erschienen ist) über diesen Gegenstand ein solches Urteil
mit starker Betonung niedergelegt ist. NEUMAYR sagt darüber zusammenfassend
(Band II, S. 649): „Grad und Verteilung der Wärme
in den früheren Erdperioden ist ein Buch mit sieben Siegeln, ein
unlösliches Gewirr von unverständlichen und widerspruchsvollen Erscheinungen,
mögen wir nun an die palaeozoischen Riffkorallen im
hohen Norden oder an die Carbonflora in Spitzbergen, an die Geschiebeablagerungen
im Carbon Indiens oder an die Kreide- und
Tertiärfloren des hohen Nordens oder an die diluvialen Eismassen
denken.“
Es kann begreiflich hier nicht speziell darauf eingegangen werden,
wie NEUMAYR zu diesem negativen Resultate gelangt, aber doch
Jahreshefte d, Vereins f. vaterl. Naturkunde in Württ. 1888.
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DS