Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 44, 1888)

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oP . OP . Poo. 4Poo . coPoo.
Die Achse a erreichte höchstens 17 mm, also haben die Figuren
zweifache lineare Vergrösserung. Im durchfallenden Lichte verbindet
eine dunkle Linie die stumpfen Winkel des Prismas coP ganz so,
wie es unten von den Allmendingern anzuführen sein wird. In Fig. 6
soll aussen der Verwitterungsrand angedeutet sein, der auf der Seite
des Brachypinakoides weiter in das Innere vordrang, als an der Kante
des Prismas, wovon unten noch weiter die Rede sein wird. Im
Weissen Jura endlich ist von Schwerspat bis jetzt so gut wie nichts
gefunden; indessen können jene Pseudomorphosen von Quarz nach
Cölestin, die sich dolchartig aus der Scheide ziehen lassen, ebensogut
 als Trugbildungen nach Schwerspat gedeutet werden, wie ich
schon anderen Ortes* nachwies. Immerhin aber ist der Zementmergel
 Weiss Jura © von Allmendingen der erste Ort im Weissen
Jura Württembergs, wo Schwerspatkrystalle gefunden wurden. Der
dortige Zementmergel zeigt häufig Spalten und Klüfte, in denen sich
für gewöhnlich als Ausfüllung Thone und Kalkspäte vorfinden. Nun
fand sich aber in einer solchen Kluft und in dem: daran grenzenden
zersetzten Mergel auch Schwerspat, der jünger ist als der Kalkspat,
denn er sitzt oft und viel in den Kalkspatdrusen auf den Kalkspäten
von der Form: —}R.c©oR. R3.R. Wenn der Kalkspat durch kohlensäurehaltige
 Wasser aufgelöst und weggeführt wurde, so blieben die
zierlichen Vertiefungen von der Form: —4R . c©oR in dem Baryt
zurück, man hat also hohle Pseudomorphosen von Schwerspat nach
Kalkspat. Oft wurden auch die Kalkspatsäulen von der Schwerspatmasse
 rings eingeschlossen und ragen oben über OP des Schwerspates
empor. Doch sitzt nicht aller Schwerspat in den Kalkspatdrusen,
oft liegen die Tafeln lose in dem Thon und zwar vom beliebiger
Grösse, hier und da mit 6 und mehr Centimeter in der Brachydiagonale
 oder auch ganz klein, so dass man durch Schlämmen des Thones
eine Masse kleiner tafeliger Kryställchen erhält, die aber dann nie
vollständig ausgebildet sind. Ab und zu, wiewohl selten, findet man
Gruppen, von fächer- oder kammförmig durch einander gestellten
Tafeln. Also hat man nach der Aggregatform drei Arten zu unterscheiden
 :
1) lose im Thon verteilte Tafeln,
2) zu Gruppen vereinigte Tafeln,
3) auf Kalkspatdrusen aufgewachsene Tafeln.
1 Diese Jahresh. 1986. pag. 63.
            
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