Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 45, 1889)

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sind ‚die Koprolithen oder vielmehr der mit den harten Speiserestenm
erfüllte Dünndarm die einzigen Zeugen der Existenz dieser Tiere.
Daneben sind es Fetzen von Schildern und Hautknochen und von
Zähnen, welche das Bonebed erfüllen. Die wissenschaftliche Bearbeitung
 dieser Reste besteht nun in der Restituierung der Fische
und Reptile, von welchen sie stammen, um dann mit der Zusammenstellung
 dieser Lebewesen ein Bild aus dieser weit entlegenen Triaswelt
 zu bekommen.
IL
Einiges zur Geologie des Muschelkalks und der Lettenkohle.
Von Amtsrichter Dr. Bertsch in Hall.
Der geehrte Herr Vorredner hat soeben davon gesprochen, das
Gebiet des oberen Muschelkalks, der Lettenkohle und des Keupers
sei so eigentlich „das Land der Grenzen“. Wie sehr dieser Satz
der Wahrheit entspricht, habe ich selbst erst in jüngster Zeit bei
meinen vielfachen Studien dieser Formationen in der Haller Gegend
erprobt. Es ist kaum eine Gegend zu finden, wo der Wechsel der
Gesteine sich so deutlich verfolgen lässt, wie hier. Die in den
Flussthälern zumeist hervortretenden mauerartigen Kalkwände des.
Hauptmuschelkalks sind ja nirgends zu verkennen, mit dem Auftreten
 der Lettenkohle nimmt aber das Gestein wie mit einem Schlage
einen anderen Charakter an. Es muss hier offenbar eine sehr grosse
vielleicht rasch verlaufende Änderung der Erdoberfläche bezw. in
deren Meeresbedeckung vor sich gegangen sein. Der Unterschied
ist so bedeutend, dass man versucht sein könnte zu glauben, es sei
vielleicht zwischen der Bildung beider Formationen ein längerer
Zwischenraum gelegen, ehe man sich dazu entschliesst, eine so
plötzliche Veränderung alles Bestehenden anzunehmen. Während
der Hauptmuschelkalk ausschliesslich Meerestiere einschliesst, treten
nun Süsswasserpflanzen und Tiere auf, die grossen Kalkmassen weichen
 den oft nicht minder mächtigen Lagern des Lettenkohlesandsteins,
 der Wechsel der Gesteine geht so rasch vor sich, dass man
an manchen Orten die Hand auf die Grenze legen kann. Gerade
in der Haller Gegend, wo Muschelkalk und Lettenkohle in seltener
Schönheit entwickelt sind, sind auch die Grenzen zwischen beiden
Formationen in seltener Schönheit gezeichnet. Wenn je einmal der
Beweis für den Satz geliefert werden sollte, dass der Begriff der
geologischen Formation ein in der Natur durchaus begründeter sel,
so könnte er hier am schönsten erbracht werden.

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