Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 45, 1889)

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aufsetzt, wobei ein Teil des Bonebeds mit den Werksteinen verwachsen
 wäre. In der Regel (so bei Hessenthal u. a. Orten) schiebt sich
zwischen Bonebed und Werkstein noch eine 1—2 m mächtige
Mergelschicht dazwischen, die mannigfach von dolomitischen Bänken
durchzogen ist, bis der Sand die Oberhand gewinnt.
Was die Fauna des Hauptmuschelkalks betrifft, so ist dieselbe
bekanntlich eine höchst einförmige; da wo überhaupt versteinerte
Tiere gefunden werden, und der Fall ist in Württemberg selten genug,
 sind es immer die nämlichen‘ Arten. Es ist in den untersten
Bänken der in ungeheurer Zahl verbreitete Encrinus liliüformis, von
dem diese ihre Namen haben, sodann weiter noch etwa Cidaris
grandaevus, die Terebratula vulgaris, Gervilli@ socialis, Mytilus
eduliformis, Ostrea difformis, decemcostata, sessilıs etc. Weiter oben
von Cephalopoden der Ceratites nodosus und Ammonites semipartitus,
von Zweischalern hier besonders das Heer der Myaciten, Myophorien,
Limen etc.
Auf einen Punkt möchte ich hier aufmerksam machen, der
gewiss einer Erwähnung wert ist. So sehr nämlich im allgemeinen
jede Art den ihr eigenen Charakter durch die ganze Schicht beibehält,
 so vielfach begegnet man anderseits Formen, welche den Systematiker
 in Verlegenheit setzen. Oft finden sich nämlich zweifelhafte
Stücke, von denen man, selbst wenn man-.sie in allen Teilen unverletzt
 bekommt, nicht weiss, ob man sie der grossen Familie der
Myophorien oder Myaciten zuteilen soll. Ich habe mir schon eine
grössere Zahl solcher Stücke gesammelt und hoffe dieselben noch
vermehren zu können. Dass nicht mir allein dieser Umstand aufgefallen
 ist, beweist die Anzahl von Namen, welche man den einzelnen
 Varietäten beigelegt hat (vergl. Fraas, Geognost. Beschreibung
 etc. S. 37, EnczL, Wegweiser, S. 40), die in der Schicht
wohl schwer zu finden sein werden, wenn man sie suchen wollte.
Sodann aber stimmt meine Beobachtung durchaus überein mit dem,
was QuenstEept, Petrefaktenkunde III. Aufl. S. 854, erwähnt, dass an
dem Heer der Myaciten bis jetzt alle Versuche gescheitert seien,
deren systematische Stellung zu entziffern. Hier hat man also mit
der Benennung der Arten freie Hand; wenn dieselben nur im Buche
stehen und abgebildet sind. Ob aber damit der Wissenschaft ein
Dienst geleistet ist, ist die andere Frage. Wenn sich nun auch
zwischen einzelnen Stücken dieser zweimuskeligen Conchiferen eine
äussere Schalenähnlichkeit vorfindet, so ist doch nicht sicher, inwieweit
 dieselbe auf einem verwandtschaftlichen Verhältnisse beruht.

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