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so tiefer ist, je langsamer es fliesst. Das erstere System dagegen
konnte in den lockeren Molasseschichten eine vielleicht vollständige
Dämpfung erfahren. Das Erdbeben von Niederglatt entstand in
seinem Herde vielleicht etwa um 11% 51‘ 30“, es entsandte in die
Molasse zwei Wellensysteme, von denen das eine im Gebiete der
Gebirgsfaltung einen Vorsprung von 1% bis 2 Minuten vor dem andem
gewann, den es ausserhalb dieses Gebietes nicht mehr verorösserte.
Die erste Welle wurde in Zug und Zürich und wahrscheinlich
auch von einem Beobachter in Berg ziemlich zu gleicher
Zeit (11% 53‘) verspürt, zur Zeit als die spätere Welle erst in Niederuzwyl
angelangt war. Die erste Welle löste das Waldshuter Erdbeben
aus, welches 11® 53‘ 48” in Zürich beobachtet wurde und
erst 11% 55‘ kam die zweite Welle von Niederglatt nach Zürich.
Airolo stimmt jetzt wohl besser zur ersten Welle und in: Stuttgart
bekommen alle Beobachter Recht, nur kommt der Beobachter von
12% 3‘ 30“ in den Verdacht, sich vielleicht um 20 bis 30 Sekunden
gestossen zu haben, um so viel ist die Verspätung der zweiten
Welle zu klein. In der That brauchte der Schall von der Stiftskirche
bis zum Naturalienkabinet einige Sekunden, und bei der
Uhrkontrolle nach dem Zwölfuhrschlag kann der Fehler sogar bedeutend
werden, wenn man sich nicht an die ersten Schläge hält.
Bringen wir demgemäss eine kleine Verbesserung am Hodographen
an, so werden die Zeiten von Wolfegg und Warthausen auf wenige
Sekunden genau. Auch Friedrichshafen mit 12% wird jetzt gut, obgleich
die dortige Beobachtung nicht genau zu sein schien.
In der Hauptzeichnung ist ein ungefähres Bild des Hodographen
dieser voreilenden Welle punktiert eingetragen, sie beginnt in Niederglatt
11* 52‘, muss (trotz gleicher Herdtiefe) einen etwas entfernteren
Wendepunkt aufweisen, weil die Geschwindigkeit auch in gleicher
Tiefe nicht konstant ist, sondern mit der Entfernung vom Faltungsgebiet
abnimmt, für die nachfolgende Welle nimmt diese Geschwindigkeit
umgekehrt zu, und deshalb wird diese auf eine kleinere, jene
auf eine grössere Wendepunktsentfernung und folglich auch die
zweite Welle auf eine zu kleine, die erste Welle auf zu grosse Herdtiefe
weisen. Die aufgestellte obere Grenze von 6 km Herdtiefe
für die langsame Welle dürfte als untere Grenze für die rasche
Welle brauchbar sein, so dass eine Herdtiefe von ungefähr 6 km das
Richtige treffen dürfte. Damit verlegen wir den Herd wohl ziemlich
unter die Molasse in härteres Gestein. Warum auch nicht? Die
Schichtenfaltung wird sich wohl noch tiefer erstrecken.