Full text : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 47, 1891)

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steine dies nicht thun, dagegen mit Salzsäure aufbrausen. Ich habe
übrigens in einigen Sammlungen das gleiche Aussehen und Verhalten
mancher Feuersteine. konstatieren können (Sigmaringen, Zürich,
Bern). Dies« kommt wohl von der chemischen Thätigkeit des Sauerstoffs
 und der Kohlensäure her. Letztere hat die Eigenschaft, sich
begierig mit der Kalkerde zu verbinden und diese Verbindung — den
kohlensauren Kalk — im Wasser wieder zu lösen. Auch scheidet
die Kohlensäure andererseits die Kieselsäure aus, wo diese mit der
Kalkerde Verbindungen eingegangen ist.
Von den Manufakten erinnere ich an einen in der Mitte
gespaltenen Schenkelknochen eines Ochsen, in den ein keilförmiger
Feuerstein passte. Jede der beiden Hälften lag für sich auf dem
Abfallhaufen, aber vollständig umwachsen — sit venia verbo —- mit
grauer Kalkmasse. Nach Wegschlagen des Steins glückte es mir,
die an einem ganz andern Platz liegende andere Hälfte zu finden,
die ähnlich im Stein eingebettet lag. Durch den Zahn eines Raubtieres
 aber konnte die Trennung nicht stattgefunden haben. — Am
Kniegelenkende eines Ochsen sind zwei so scharfe parallele Hiebe,
dass ohne Steinbeil eine Erklärung unmöglich ist. — Ein dritter
Knochen hat ein Loch, in das der Eckzahn eines Bärenunterkiefers
yenau passt. An zwei Schädeln sind Hiebe mit Steinbeilen unverkennbar;
 auch wie zugespitzt und geschärft aussehende Knochenand
 Geweihstücke sind vorhanden. Was nun die Steingeräte
selbst betrifft, so sind sie zweifellos dem Jura entnommen und zeigen
überall 3 Typen: beilförmig, keilförmig, messerförmig.
Davon sind hunderte vorhanden, vielfach mit Zeichen der Benützung,
bei denen oft eine deutliche Schlagmarke fehlt. und die recht roh
ayusschauen.

Wenn die Schlagmarken bei den Feuersteinen fehlen, so ist
der Grund wohl das andersartige Springen und Absplittern dieses
Gesteins, das ganz ähnlich erfolgt wie beim obern weissen Jura überhaupt.
 Übrigens fehlen die Schlagmarken än vielen für
acht anerkannten Feuersteinwerkzeugen. (Vergl. die
von Heluan und Theben in Bulak, die ich selbst von dort kenne,
sowie in der Sammlung des historischen Museums in Bern, ebenso
bei den auch dort befindlichen [über 100 Stück] palaeolithischen Artefakten
 aus der Grotte von Solutr6, die der Form wie dem Material
nach sehr ähnlich denen des Heppenloches sind [wie weisser Jurakalk].)
 Ganz gleiches Verhalten zeigen die aus der Grotte bei Mentone.
 mit den 3 Typen des Heppenlochs: keilförmig, beilförmig,
            
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