Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 47, 1891)

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nach Zusammenstellung der Berichte die geographischen Lücken noch
durch besondere briefliche Anfragen möglichst ergänzt. Auch liessen
die Zeitungen: Münsinger Albbote, Schwäbischer Merkur, Deutsches
Volksblatt, Hohenzollernsche Blätter zur Einsendung von Mitteilungen
an. die Erdbeben-Kommission Aufforderungen ergehen, wofür die
Erdbeben-Kommission den betreffenden Redaktionen zu besonderem
Danke verpflichtet ist.
Aus den eingelaufenen Berichten, die wir hier unter Dankesbezeugung
 gegen die Herren Berichterstatter aufzählen, möge das
Bemerkenswerteste herausgehoben werden. Es sind besonders auch
die kleinen Züge in den Schilderungen der Beachtung wert.
1) Herr Schullehrer Grrörzis in Grossengstingen gibt als
Zeiten: Die Nacht vom 6./7. Okt. früh 41 Uhr und die Nacht vom
13./14. Okt. früh 43 Uhr, nach der Uhr von Grossengstingen, welche
nach der Postuhr von Kleinengstingen reguliert werde. Das erste
stärkere Beben wird als ein starker Erdstoss geschildert, vom zweiten
heisst es: „Keine einzelnen Stösse. Es war ein schnelles Hin- und
Herschwanken (Zittern) in der Zeit. in welcher man schnell 1—5
zählt, es mögen etwa 10 gleichartige Schwankungen gewesen sein.
Richtung S.—N. oder SO0.—NW.“
„Ich kann die ganze Erscheinung wirklich nicht besser vergleichen,
 als wenn sich ein grösserer Hund auf einem Stuhl oder
ainer Bank etwa fünfmal schüttelt („verschüttelt“). Das war auch
mein 'erster Eindruck und Gedanke. Andere sagen, es sei ihnen
vorgekommen, wie wenn man einen Stuhl schnell fünfmal hin und
her schiebe. Meine beiden Stehlampen, die auf dem Boden standen,
klirrten und kleine Gläschen und Porzellanfigürchen auf dem Kasten
liessen sich hören. Uhren blieben nicht stehen. Das begleitende
Geräusch (gleichzeitig mit den Schwankungen) mag wohl von den
beweglichen Gegenständen.in den Häusern hergerührt haben.“
9) Herr Provisor Horse von Ringingen: Zeit: 14. Okt. 2} Uhr,
die Uhr geht nach der Telegraphenuhr Jungingen bei Hechingen. Nur
ein Stoss, und zwar ein langsames wellenförmiges Schwanken, die
meisten Einwohner wurden vom Schlafe erweckt. Richtung NO.—SW.,
Dauer etwa 5 Sekunden, Erschütterung von Möbeln, Klirren der
Fenster, nachfolgendes anhaltendes Rollen.
3) Herr EcLerR in Hechingen, Redakteur der Hohenzollernschen
 Blätter: Zeiten: 6./7. Okt. Nachts 42 Uhr (?) und 13./14. Okt.
Nachts 43 Uhr, die Uhr geht übereinstimmend mit der württembergischen
 Bahnzeit. Beide Erdbeben wurden in Neufra, Ringingen,
            
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