Holzqualitäten.
Latten sollen im allgemeinen scharfkantig und ohne größere
Äste sein. Wird Baumkant ausnahmsweise zugelassen, so soll
sie, schräg gemessen, nicht breiter als die halbe Lattenstärke
sein. Dachlatten müssen mindestens drei scharfe Kanten haoen.
Ihre Stärke ist nach dem Gewicht der Deckmittel zu bestimmen
und in handelsüblichen Maßen in den Ausschreioungsunterlagen
anzugeben. Wird die Deckung auf die
_atten genagelt, so ist der Lattenquerschnitt so zu wählen,
daß beim Nageln ein Federn der Latten vermieden wird.
Dachschalungsbretter sollen gleichlaufend oder keilig ge-‚äumt
und gleichmäßig stark sein. Kleine Längs- oder Seiten-‚isse,
festverwachsene und gesunde Äste und Baumkante,
schräg gemessen bis zur halben Brettstärke, sind zugelassen.
Deckenschalungsbretter sollen wie die Dachschalungsbreter
gesäumt sein. Herz- und Endrisse, Äste, Baumkante, blaue
Stellen sind zugelassen.
Holzbau-, Fachwerk=-, Tafel=- und
SCHALIUNG
INZ
=
7
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Abb. 3. ORTSFESTE FACHWERKSBAUWEISE
i1obelware. Möglichst astfreie Balken und Verbandhölzer
lürfen auf 1 m Länge nicht mehr als zwei festverwachsene,
jesunde Äste bis zu 5 cm Durchmesser haben.
4öglichst astfreie Bretter dürfen auf 1 m? nicht mehr als
jer gesunde, festverwachsene Äste bis zu 3 cm Durchmesser
1aben.
bei astfreien Breitern sind Äste und mißfarbene blaue
‘treifen unzulässig, kleinere rote Streifen, nicht durchgehende
lerzrisse und bis zur Brettbreite lange Endrisse bei der Brettsferung
gestattet, letstere in fertiger Arbeit jedoch nicht.
ußbodenbreitter müssen, sofern nichts anderes zugelassen,
1öglichst astfreie Breiter sein. Die einzelnen Bretter sollen
on gleicher Stärke und möglichst gleicher Breite (im allgeneinen
nicht über 15 cm breit), sauber gehobelt, abgezogen
ınd so trocken sein, daß größere Fugen (etwa 1". 9 der Brettyreite)
durch Austrocknung nicht entstehen.
RB
Blockbauweise.
Der Holzhausbau ist heute im Wesentlichen Produkt rein industrieller
und maschinenmäßiger Fabrikation und wird z, B.
'n den Vereinigten Staaten von Nordamerika weit intensiver
als in Deutschland zur Errichtung von Wohnhäusern heran-Jezogen.
In Amerika wohnen von 135 Millionen Einwohnern
30 Millionen in Holzhäusern. Durchschnittlich 300000 Holzıäuser
werden dort in einem Jahre neu erbauf. Diese Zahlen
Jeben ein ungefähres Bild davon, welchen Faktor diese Industrie
im amerikanischen Wirtschaftsleben darstellt. Allerdings
ermöglichte eine denkbar weitgehende Normung der
Ansprüche des Kunden und der Materialien und Techniken
diese Verbreitung des Holzhauses in U.S.A.
Aus der Erkenntnis heraus, daß auch in Deutschland der Holznausbau
unter gewissen Voraussegungen gefördert werden
<önne und müsse, stellte sich die Rfg.*) die Aufgabe, die verschiedenen
Holzbausysteme in ihren Eigenschaften zu prüfen
und festzustellen, welche Systeme für die jeweiligen wirtschaftlichen
und technischen Anforderungen besonders geeignet
erscheinen. Ferner war festzustellen, wo hauptsächlich
sine strenge Ordnung und Typung einzuseben habe, um alle
Möglichkeiten der Holzhausfabrikation zu erschöpfen und
deren höchste Wirtschaftlichkeit zu erzielen.
Zunächst mußten demnach die verschiedenen in Deutschland
1blichen Bausysteme in entsprechende Gruppen geteilt werden.
Hierfür wurden drei Gruppen gewählt:
J. die orfsfeste Fachwerkbauweise, .
2. die Tafel- oder Plattenbauweise,
3, die Blockbauweise.
Jber die einzelnen Bauweisen ist folgendes zu sagen:
‚In der orlsfesten Fachwerkbauweise bildet ein System
‚on Stiel- und Riegelwerk den konstruktiven Rahmen des
dauses, der von außen und innen verschalt und mit Platten
5. dgl. bekleidet wird. Im Innern der Wand befinden sich
aus Gründen der Wärmehaltung die notwendigen Isolierstoffe
und Luftschichten. Die Funktion der einzelnen Konstruktionselemente
ist aus Abb. 3 ersichtlich.
n dieser Bauart hat sich die Jahrhunderte alte deutsche Fachwerkbauweise
weiter entwickelt, unter Berücksichtigung aller
1eute zur Verfügung stehenden maschinellen Hilfsmittel und
statischen Erfahrungen. Dies System hat heute bereits in
Amerika in Millionen von ausgeführten Bauten einen hohen
Grad von Vollkommenheit in der Organisation der Herstelung
erreicht; die wohntechnische Qualität der Ausführung
dagegen bleibt dorf hinter deutschen Ansprüchen zurück.
Die ortsfeste Holzbaukonstruktion eignet sich besonders für
die serienmäßige Herstellung von Siedlungs-, Mittelstandsıäusern
u. dgl. Von allen Systemen steht diese Bauart in
wirtschaftlicher Beziehung, d. h. in der Preisgestaltung
ınd im Materialbedarf, dank ihrer einfachen Konstrukion
und des sparsamen Materialverbrauchs an erster Stelle.
5 Rfa,, d.h. der Fachausschußk Holzbau der früheren Reichsfarschunasges.