Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 52, 1896)

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blühen schon 14. Juli! Es reifen 30. April Erdbeeren (Weinberge 
der Eselsburg); 28. Mai zahlreich Heidelbeeren (ebendort); gefärbte 
Weintrauben 13. Juli bei Hohenshaslach, reife 5. August bei Horr- 
heim, in der folgenden Woche auch in Rosswag und Vaihingen. 
Die Erndte begann beim Roggen: Ossweil (Ludwigsburg) 
28. Juni, Vaihingen 7. Juli (Dinkel 16. Juli), Warthausen 20., 
am Federsee und bei Langenau (Ulm, hier auch Dinkel) 22., 
Esslingen 24. Juli, überall selten früh, nachher und bei den später 
reifenden Früchten durch die Regen überall gestört und verzögert. 
Nach Zeitungsnotizen kamen reife Walderdbeeren 27. April 
von Wäldenbronn (Esslingen) und die Kirschenblüthe begann bei 
Uhlbach (Cannstatt) 2. April; reife Frühkirschen kamen 9. Mai 
aus dem Remsthal (Grunbach). Die Blüthe der Weinreben hatte 
7. Juni im O.A. Esslingen bereits aller Orten begonnen, nachdem 
schon 16. Mai in den Kgl. Weinbergen bei Untertürkheim die 
„Trollinger“ zu blühen begonnen hatten. 23. Juli traf man ge- 
färbte „Jacobiclevner“ bei Rothenberg (Cannstatt) und bei Neuffen 
wurden 5. August erste reife Clevner geschnitten (im Vorjahr 
28. Aug.). 
Ein anonymer Zeitungsartikel macht darauf aufmerksam, dass 
der heisse Sommer verschiedene bemerkenswerthe Erscheinungen in 
der Pflanzenwelt hervorgerufen habe, vorerst eine ausserordentlich 
frühe Flora; dann sei im Mai „Mehlthau und Honigregen“ an den 
Blättern von Linden, Eschen, Eichen, schwarzem Hollunder, Masholder, 
Ahorn u. s. w. aufgetreten; gelbe Blumen, wie Tragopogon pratensis L., 
hätten ihre Farbe enorm gesteigert, die blaue Salvia pratensis L. 
habe öfters sattrosa geblüht, die sonst blauen Cichorium intybus, 
Echium vulgare, Borago officinalis, Viola odorata, Salvia pratensis, 
Ononis spinosa (sämmtl. L.), die verschiedenen Campanula-Arten 
seien häufiger als sonst weiss aufgetreten, ebenso die seltene, nur 
bei Gaildorf und Hall auf den sumpfigen Kocherwiesen vorkommende 
Schachblume, Fritillaria meleagris L.; Giftpflanzen hätten sich kräf- 
tiger hervorgewagt, namentlich sei der Stechapfel, Datura stra- 
monium L., bis zur Gesträuchhöhe herangewachsen. 
Witterung. 
Nachdem der December des Vorjahrs nach meist nur mässig 
kälterem Wetter mit strengem Frost geschlossen hatte, nahm im 
Januar dieser wesentlich zu. 1. Warthausen — 12° (bis zum letzten 
Monatsdrittel — 11 bis — 21°) Rr. 3. Warthausen — 16°, Riedlingen
	        

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