Full text: Stadtbaukunst alter und neuer Zeit und Friedhof und Denkmal (Jhg. 8, 1927-28)

Düsseldorf sind Bedenken von keiner Seite erhoben 
worden. Die Herren gelten demnach als aufge- 
nommen, 
Vorgeschlagen sind ferner die Herren Oberbaural 
Arntz, Köln, Professor Dr. Spiethoff, Bonn und Pro- 
fessor Dr. Erwin v. Beckerrath, Köln. 
Der Aufnahmeausschuß wird beauftragt, die 
Wahl der Herren für die nächste Sitzung vorzu- 
bereiten. Etwaige weitere Vorschläge sind dem Vor- 
sitzenden schriftlich einzureichen. 
3. Geschäftsführung. Verbandsdirektor Dr. Schmidt 
hittet, die Leitung in andere Hände zu legen. Auf 
einstimmigen Wunsch der Versammlung erklärt 
er sich jedoch bereit, den Vorsitz für zwei weitere 
Jahre zu übernehmen. 
4. Jahresbeitrag. Der Jahresbeitrag wird auf 
10.— M [estgesetzl. 
5. Es ist beabsichtigt, die Referate in Zukunft im 
Druck erscheinen zu lassen. Die Vorträge der heu- 
tigen Sitzung werden vereinbarungsgemäß in einem 
Sonderheft der Wirtschaftlichen Nachrichten für 
Rhein und Ruhr zum Abdruck gelangen und den 
Mitgliedern sowie dem Präsidium und den ÄArbeits- 
zemeinschaften zugehen. Eine nachträglich ein- 
;jegangene Anregung des Herrn Professor Dr 
Wenlzel, Aachen, in gleichem Sinne soll weiter ver- 
olgt werden. 
6. Die Tagesordnung der nächsten Sitzung soll 
zusammenfassend in einem Referat das Ergebnis 
ier heutigen Tagung darstellen (evtl. Referent der 
ı1eute verhinderte Professor Dr. Kreis, Dresden), so- 
vie in elwa 4 Referaten Stellung nehmen zum 
‚Standoriproblem der Industrien im Zusammenhang 
nit dem Verkehrs-, Siedlungs- und landwirtschaft- 
ichen Versorgungsproblem“. Es wurde Mitteilung 
lavon gemacht, daß die Mitglieder der Akademie zu 
jer im September stiat!findenden Studienreise nach 
Amerika vom Präsidium der Akademie aufgefordert 
worden sind, sowie ferner, daß voraussichtlich im 
Jahre 1930 die Jahrestagung des Internationalen 
Verbandes für Wohnungswesen in Berlin stattfindet. 
Die Referate zur Hochhausfrage werden den Mit- 
gliedern im Wortlaut zugehen. 
Schluß der Sitzung 7% Uhr. 
MÄRKISCHE ARBEITSGEMEINSCHAFT. 
Sitzung am 3. März 1927 im Ingenieurhause in Berlin. 
Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen. werden die Herren Paulsen und Klein benannt. 
2. „Der Generalbebauungsplan von Karlsruhe i. B.“ Punkt 3. Herr Bürgermeister Schneider legt sei- 
(Berichterstatter: Herr Bürgermeister Schneider. nen Generalbebauungsplan für Karlsruhe vor. Das 
Karlsruhe). 3. Verschiedenes. Tatsächliche dieses Planes ist in der Veröffent- 
Anwesend: Die Herren Berg, Brodersen (Arch.), ‘ichung, die von der Stadt Karlsruhe herausgegeben 
Fisch, Fischer, Giese, Groß, Heiligenthal, Heinrich, worden ist, ausführlich dargelegt. Bemerkenswert 
Klein, Lehweß, Lörcher, Möhring, Paulsen, Tiede- und lehrreich waren besonders die Ausführungen des 
mann, als Gast Herr Rürgermeister Schneider aus Vortragenden, wie er im Gegensatz zur bisherigen 
Karlsruhe. Praxis den Plan der breitesten Öffentlichkeit zu- 
Vorsitz: Herr Möhring. — Beginn: 4,45 Uhr. zänglich gemacht und ihn in zahlreichen öffentlichen 
Herr Möhring begrüßt Herrn Bürgermeister Vorträgen erläutert habe; er wolle dadurch errei- 
Schneider und Herrn Fisch, der zum erstenmal an hen, daß die anderen Behörden, vornehmlich die 
einer Sitzung teilnimmt. Zeichsbahn, aus ihrer Zurückhaltung heraustreten 
Punkt 1. Herr Lehweß berichtet über den Be- md sich zu dem Plan äußern. Er führt lebhafte 
schluß des Präsidiums, die Hauptversammlung in {lage über die Scheu vor Verantwortung, die er bei 
diesem Jahre nach Hamburg einzuberufen, und zwar ler Reichsbahn angelroffen habe. Die Bodenspeku- 
im Laufe des Juli, und über die hierüber bereits mit ation hält er nicht für so gefährlich, wie sie oft hin- 
der niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft gepfloge- estellt wird. Man könne die Bildung der Boden- 
nen Verhandlungen. Aus der Versammlung wird reise nicht hindern, indem man die Bodenspeku- 
angeregt, die Tagung doch lieber in zeitlichen Zu- ation ausschalte. 
sammenhang mit dem Internationalen Architekten- Dann geht der Vortragende noch auf den Entwurf 
kongreß in Amslerdam zu bringen, so daß der Be- zum Preußischen Städtebaugesetz ein, den er für 
such beider Veranstaltungen verbunden werden viel zu umfangreich hält; er verweist auf seinen Vor- 
kann; Herr Lehweß wird beauftragt, dem Präsidium schlag eines „Siedlungsgesetzes‘“ (in der Veröffent- 
diese Anregung zu übermitteln. ichung über den Generalbebauungsplan von Karls- 
Ferner bringt er den Beschluß des Vorstandes zur 'uhe), das nur aus 11 kurzen Paragraphen besteht. 
Kenntnis, sich dem vom Architektenverein und dem Herr Möhring dankt dem Vortragenden und hebt 
Bunde deutscher Architekten neu ins Leben gerufenen lie Bedeutung der aufgeworfenen Fragen, insbeson- 
„Ausschuß Groß-Berlin‘“ anzuschließen und bittet lere hinsichtlich des Verhältnisses der Reichsbahn 
Vertreter hierzu zu benennen. Die Wahl der Ver- zum Städtebau, hervor. 
Ireter wird vertagt, bis der Ausschuß schriftlich an In der Erörterung legen die Herren Fisch, Berg, 
die ‚ beispemnschaft. hevangetreien ist; jedoch Groß und Heiligenthal ihre Erfahrungen mit der 
wre Achsen, Mn ah anf 2 Jahre vorzuneh- Reichsbahn und mit der Bodenspekulation dar, wäh- 
3 er der wa l auf 1 Jahr. a rend Herr Paulsen ausführt, daß die Schwierigkeiten 
| > usschuß zur Rationalisie- ıauptsächlich durch Mängel in der Organisation un- 
1 ung im Bauwesen, an dessen Arbeiten sich zu betei- serer Verwaltungsorgane entstanden seien. Zur Be- 
jgen in der vorigen Sitzung heschlossen worden ist. reibung der privatwirtschaftlichen Dinge des Staa-
	            		
tes müßten Organe geschaffen werden, die von der eigentlichen Verwaltung getrennt sind. In einem Schlußwort erklärt Herr Schneider ge- zenüber einigen krilischen Äußerungen, daß er mit Absicht cin gewisses Extrem in seinen Plan hinein- gebracht habe; cs komme weniger darauf an, ge- wisse Sachen durchzusetzen, als die öffentliche Mei- aung aufzurütteln, Da zu Punkt 4 nichts vorliegt, schließt Herr Möh- "ing die Versammlung um 7.30 Uhr. Ein einfaches gemeinsames Abendbrot in den Räumen des Ingenieurhauses hielt einen Teil der Erschienenen noch mit dem auswärtigen Gast zu- sammen. Sitzung am 7. April 1927 im Ingenieurhause in Berlin. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen. 1. zum Vorsitzenden Herrn Berg, 2. Aufnahme des Herrn Stadtbaurat Berg (bish. 2. zu Vorstandsmitgliedern die Herren Bielenberg, Schles. Arb.-Gem.) in die Märkische Arbeitsgemein- Bousset, Bräuning, Groß und Taut zu wählen schaft. 3. Neuwahl des Vorstandes (Wahlvorschlag und s. unten). 4. Stellungnahme der Märk. Arbeitsgemein- 3. zum geschäftsführenden Vorslandsmitglied schaft zum Projekt einer Platzumgestaltung in Lank- Herrn Lehweß wiederzuwählen. witz (Berichterstatter: Herr Stadtbaurat Freymüller. Nachdem mehrere Herren vergeblich versucht zerlin-Steglitz). 5. Verschiedenes. jaben, Herrn Möhring zu bewegen, den Vorsitz zu Anwesend die Herren: Bachmann, Berg, Bräu- Dehalten und lediglich einige Vorstandsmitglieder ning, Bünz, Fischer, Giese, Groß, Grummel, Heiligen- eu hinzuwählen zu lassen, wird der Wahlvorschlag ‘hal, Klein, Koeppen, Lang, Lehweß, Lörcher, Mebes, instimmig ohne Debatte im ganzen angenommen. Möhring. Salvisberg, Taut, Wehl; als Gäste die Die anwesenden gewählten Herren nehmen die Aerren Stadtbaurat Freymüller und Dinl.-Ingenieur Wahl an. Herr Möhring hbeglückwünscht den neucn Lepsius. /orstand. Herr Berg dankt für das bewiesene Ver- Vorsitz: Herr Möhring. — Beginn: 4,45 Uhr. MALOTT, . | Punkt 1. Herr Lehweß berichtet, daß Herr Brix , F unkt A Herr Treymülter En SP lie Absicht gehabt habe, dem in der vorigen Sitzung lat PUNSCH . CC CL ZUT mgeslallung 05 zeäußerten Wunsche entsprechend die Hauptver- alzes an der A a che im Semi Lank- sammlung auf Anfang September zu verschieben, um Mn Po HE IE den Zustand ach dem bestehen. sie mit der Tagung des Architektenkongresses in an De 4 x Un an und legt GSSCH Mangel dars Amsterdam (wahrscheinlich 4. bis 9. September) in NACH SEINEN X mgestaltungsplan; die Vurinderung Zusammenhang zu bringen, daß aber der Vorsitzende st durchaus möglich, weil die anliegenden Grund- x 5 5 De . tücke größtenteils im Besitz der Stadt und der Kir- der Niederdeutschen Arbeitsgemeinschaft, Herr 570 . Ra ; ; Schumacher, im September nicht in Hamburg sein hengemeinde sind. Die Kirchengemeinde beabsich- Sc ; p g . cn et ; könne; daher habe der Präsident beschlossen, es bei 186 hie im Anschluß an die Kir che Gemeindchauten ; KT - s : x errichten. Gegen den Plan wird won privater dem anfänglich geplanten Termin Mitte Juli zu he- ©, ; . ; . N . iaascn. seite mit allen Mitteln in der Lokalpı esse und in . , | 7ersammlungen angekämpfl, während die städti- . Br gibt ferner Kenntnis von einer Anfrage des upon Körperschaften und die Kirchengemeinde dem Vorsitzenden der Auslandsvertretung des deutschen ang zustimmen. Herr Frevmüller bittet, ihn in der Städtebaues, ob die Akademie sich am Internatio- Durchführung der Planung durch ein Gutachten zu nalen Architekten-Kongreß beteiligen wolle, die er terstützen. bejahend beantwortet habe, und legt endlich die In der Erörterung sprechen sich alle für eine unbe- Unterlagen für den Internationalen Wettbewerb für 1;n 94 Zustimmung zu dem vorgelegien neuen Plane ein „Civic centre“ in Birmingham, die er durch Ver- us; es wird einstimmig folgendes Gutachten gegse- mittlung des Auswärtigen Amtes erhalten habe, vor. „en, das von allen Anwesenden unterschrieben und Punkt 2. Herr Stadtbaurat a. D. Berg, der bisher nn der Presse verbreitet werden soll: Milglied der Schlesischen Arbeitsgemeinschaft war, „Der bestehende alte Bebauungsplan ist in ver- wird auf Antrag von Herrn Möhring ohne Wider- <ehrstechnischer, wirtschaftlicher und städtebau- spruch in die Märkische Arbeitsgemeinschaft auf- cher Hinsicht als veraltet und außerordentlich un- genommen. Herr Möhrinqg begrüßt ihn als nenes vünstig anzusehen. Für den Verkehr entstehen an Mitglied. jelen Stellen Gefahrenpunkte und Unübersichtlich- Punkt 3. Herr Möhring begründet den Entschluß zeiten, die bei der zu erwartenden Steigerung des des Vorstandes zurückzutreten. Mangels satzungs- Yerkehrs unbedingt zu großen Schwierigkeiten füh- mäßiger Bestimmungen habe es der Vorstand für en müssen. Städtebaulich ist die Kirche mitten auf richtig gefunden, sein Amt nach dreijähriger Tätig- lem vorgesehenen Platz ohne jede Beziehung zu keit zur Verfügung zu stellen, damit andere Kräfte hrer Umgebung ungünstig gelegen. Der Platz selbst herankommen und frisches Leben in die Tätigkeit st wegen der vielen einmündenden Straßen kaum als der Arbeitsgemeinschaft komme. Er dankt den bis- »latzlösung im städtebaulichen Sinne anzusprechen. herigen Vorstandsmitgliedern für ihre Mitarbeit Die heutige Fluchtliniengestaltung ebenso wie der ınd schlägt im Namen des scheidenden Vorstandes weitere Ausbau und die Unterhaltung der Straßen Or. and unwirtschaftlich.
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