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indem die beiden dem Zeiger anliegenden Reiterchen je um 4 mm
nach beiden Seiten von der Gleichgewichtslage weggeschoben waren.
Die Längenverhältnisse des Zeigers sind derart, dass die Ausschläge
doppelt so gross als die Bodenbewegung sich ergeben.
Aus den bisherigen Angaben folgt bezüglich der Stossrichtung,
dass dieselbe sehr annähernd in der Richtung N.—S. zu suchen ist.
5. 19. April. Die „Schwäb. Chronik“ 20. April, Mittagsblatt,
schreibt:
Hechingen, 19. April. Hier ist in verflossener Nacht kurz
vor 4 Uhr ein ziemlich starker Erdstoss verspürt worden.
6. 15. September. Einsturz der Saline Friedrichshall. Die
„Schwäb. Chronik“ vom 16. September, Abendblatt, berichtet:
Jagstfeld, 16. September. Ein neues grosses Unglück hat
unser Land betroffen. Gestern früh zwischen 6} und 64 Uhr drangen
in den Schacht Friedrichshall grosse Mengen von Wildwasser ein
unter erdbebenähnlichen Begleiterscheinungen. Diese äusserten sich
in der Nähe der Unglücksstätte, z. B. auf dem Jagstfelder Bahnhof,
als starker Knall mit nachfolgendem Getöse, in dem Dorfe Jagstfeld
als eine Erderschütterung und in Kochendorf als ein dumpfes
Rollen mit dem Gefühl, als ob der Boden sich hebe und senke.
In der Nähe des Schachtes senkte sich der grosse Risse zeigende
Boden u. s. w.
Die „Schwäb. Chronik“ vom 5. Oktober, Mittagsblatt, berichtet
nach einem Vortrag von Bergratsdirektor Dr. v. Baur, gehalten im
württemb. Ingenieurverein: „Die Katastrophe habe stattgefunden am
15. September, an einem Sonntag, zu welcher Zeit sich niemand in
der Grube befunden habe, morgens 6® 10‘. Um diese Zeit seien die
Bewohner von Jagstfeld durch einen heftigen Erdstoss erschreckt
worden. Gleichzeitig soll diese Erderschütterung in Rappenau,
Wimpfen und Mannheim, ja, dem Vernehmen nach noch in
einer Reihe von weiteren Orten wahrgenommen worden sein. Es sei
daher bis jetzt noch nicht aufgeklärt, ob der Einlauf nicht. die Folge
dieser Erderschütterung gewesen sei.“
Durch gütige Vermittelung der Direktion des k. württemb.
statistischen Landesamtes erhielt die Erdbebenkommission Mitteilung
von den durch die grossherzoglich badische Strasseninspektion Sinsheim
angestellten genaueren Erhebungen, welche übereinstimmend
mit den Nachforschungen des grossherzogl. Landesgeologen Dr. SAUER
in Heidelberg für eine Verbreitung des Erdbebens auf grössere Entfernung
keine Anhaltspunkte ergaben, aber feststellten, dass der Erd-Jahreshefte
d, Vereins f. vaterl. Naturkunde in Württ. 1896. *
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